NRZ: Der Kampf gegen die Spielverderber – ein Kommentar von REINHARD SCHÜSSLER

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Nach einem quälend langen, durch Sicherheitsdebatten
bestimmten Vorlauf hat die Fußball-Europameisterschaft endlich
begonnen. Aber nicht die Spiele standen im Blickpunkt. Sondern die
Spielverderber. Dabei reden wir nicht einmal vom schlimmsten
anzunehmenden Szenario.

Angesichts der durch die Pariser Anschläge vom November 2015
geschürten Furcht vor islamistischem Terror ist eine andere,
hinreichend bekannte Bedrohung des Fußballs zuletzt in den
Hintergrund geraten. Die bunten Bilder fröhlicher Fans haben fast
vergessen lassen, dass es sie immer noch gibt: jene gewaltbereiten
Hohlköpfe, die beim Fußball die größtmögliche Bühne finden, um ihre
Aggressionen auszutoben. Wobei sich das Profil der Täter verändert
hat.

Längst sind es nicht mehr nur sturzbetrunkene, bierbäuchige
Engländer, die nach wie vor Angst und Schrecken verbreiten. Zunehmend
sind es junge, perspektivlose Männer aus Osteuropa, oft mit Drogen
vollgedröhnt und mit Kampfausbildung ausgestattet. Nebenbei: Viele
von ihnen werden 2018 bei der WM in Russland ein Heimspiel haben …

Ob diese Gefahr unterschätzt wurde und/oder die
Antiterror-Maßnahmen zu viele Ressourcen verbrauchten, sei dahin
gestellt. Sicher ist: Der Fußball muss mehr denn je damit leben,
missbraucht zu werden. Es ist der Preis seiner ungeheuren
Popularität. Der Kampf gegen die Spielverderber hat höchste
Priorität. Immerhin, die Reaktion der Gastgeber und der Uefa
signalisiert: Wir haben verstanden.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042616

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