NRZ: Es gibt nichts Besseres – ein Kommentar von REINHARD SCHÜSSLER

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Ja, Olympische Spiele werden von der Politik
missbraucht. Ja, die Gigantomanie der Spiele beutet die
Ausrichterstädte aus, im schlimmsten Fall ruiniert sie diese. Ja, es
wird nicht weniger, sondern eher mehr gedopt, mindestens aber
effektiver. Ja, den Anspruch auf die Unschuldsvermutung hat der Sport
längst verwirkt. Ja, der olympische Geist wird immer wieder
korrumpiert. Ja, die Interessen der Sponsoren haben im Zweifel
Vorrang vor denen der Sportler. Ja, das IOC verzerrt die Wirklichkeit
mit selbst gedrehten und geschönten TV-Bildern. Irgendetwas
vergessen? Sei–s drum. Unterm Strich bleibt: Seit es sie gibt, sind
bei Olympischen Spielen die Ideale des Sports verraten, verkauft und
mit Füßen getreten worden. Das offizielle Motto „schneller, höher,
stärker“ bezieht sich auf die sportlichen Höchstleistungen;
inzwischen sind jedoch auch Lug und Trug maximiert worden. Nur: Was
heißt das jetzt? Nein zu den Olympischen Spielen? Nein! Die Spiele
und damit das letzte große Fest der Menschheit abzuschaffen, würde
die Welt nicht besser machen. Im Gegenteil: Sie wäre ärmer um Bilder,
die auch im letzten Winkel dieser Erde Mut machen. Auch in Rio werden
wir wieder überwältigende bis anrührende Beispiele an Willenskraft,
Teamgeist und Fair Play erleben. Begegnungen von grenzenloser
Menschlichkeit, wenn Sportler unterschiedlicher Hautfarbe und
Religion im friedlichen Wettstreit stehen und sich die Hände reichen.
Deshalb gilt: Ja, wir sollten und müssen mit den Olympischen Spielen
samt ihrer Widersprüche leben lernen. Solange wir nichts Besseres
haben.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042616

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