NRZ: Hilfe für Afrika ist der beste Schutz – ein Kommentar von JAN JESSEN

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Westafrika ist weit weg. Das Sterben der Menschen
dort hat die deutsche Öffentlichkeit bislang weitgehend teilnahmslos
registriert, obwohl das Ebolafieber bereits seit Februar grassiert.
Man fühlte sich sicher. Ebola, zwar unheimlich, aber doch eine
Seuche, deren Ausbreitung in etwas abfällig-kolonialistischer Manier
afrikanischen Zuständen (die Hygiene!) oder Gepflogenheiten
(Totenwaschung! Buschfleisch-Verzehr!) zugeschrieben wurde. Jetzt, wo
sich die ersten Menschen in reichen Industrienationen angesteckt
haben, schleicht sich das Unwohlsein ins kollektive Unterbewusstsein.
Es ist eben nicht so, dass Deutschland vollends gefeit ist vor Ebola,
obwohl die Sicherheitsstandards in den hiesigen Krankenhäusern noch
höher sind als in den USA oder in Spanien. Fehler passieren überall.
Es reicht schon, wenn eine Ebola-Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt
wird. Die anfänglichen Symptome sind ähnlich der einer Grippe, deren
Saison jetzt bevorsteht. Es ist deshalb nicht verkehrt, über den
Ernstfall nachzudenken, zu überprüfen, wo Schulungsbedarf ist und ob
wirklich ausreichend Behandlungskapazitäten vorhanden sind. Was nicht
geschehen darf, ist, dass wir die Schotten dichtmachen. Die Hälfte
der Deutschen ist gegen die Behandlung afrikanischer Ebola-Patienten
hierzulande. Das ist kaltherzig und feige. Natürlich muss diesen
Menschen geholfen werden. Hier, aber vor allem in den Ländern, in
denen die Seuche wütet. Ein Eindämmen der Ebola-Epidemie in
Westafrika ist der beste Schutz für Europa. Dieser Schutz sollte
Europa allerdings mehr wert sein, als die lächerlichen Beträge, die
bislang zur Verfügung gestellt wurden.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042616

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