NRZ: Kein guter Zeitpunkt – ein Kommentar von MICHAEL MINHOLZ

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Trotz der Routine, mit der die Pendler und Reisenden
inzwischen mit den Lokführerstreiks umgehen: Der nun anlaufende neue
Ausstand wird besonders ärgerlich sein. Denn das Pfingstwochenende
gilt traditionell als eines, an dem der Stillstand, gerade auf
nordrhein-westfälischen Autobahnen, so heftig ausfällt wie selten im
ganzen Jahr. Kein guter Zeitpunkt also eigentlich für die Lokführer,
wenn sie auf Akzeptanz für den mittlerweile neunten Ausstand hoffen.
Dass GDL-Chef Claus Weselsky seine Truppen dennoch durchziehen lässt
und sogar unverdrossen von wachsendem Verständnis der Bevölkerung
schwadroniert, legt den Schluss nahe, dass der Mann mit dem Rücken
zur Wand steht.Die Bahn sitzt am längeren Hebel. Der Konzern ist
keineswegs so edel und fleißig auf der Suche nach Kompromissen, wie
er es der Öffentlichkeit weismachen will. Die Bahn vertritt knallhart
ihr – freilich auch nachvollziehbares – Interesse: dass es unter
ihrem Dach nicht unterschiedliche Bezahlung für die gleiche Tätigkeit
geben soll. Aber genau das ist die zentrale Zielsetzung der
Lokführer. Eine schnelle Lösung ist nur möglich, wenn sich beide
Seiten schließlich doch einem Schlichter unterwerfen, der komplett
freie Hand erhält, um den gesamten gordischen Knoten zu zerschlagen.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042616

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