NRZ: KORREKTUR: Turbo-Abitur lässt Landtag rumoren – ein Kommentar von MANFRED LACHNIET

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Erst fünf Tage ist es her, dass die grüne
NRW-Schulministerin Löhrmann das Turbo-Abi als Erfolgsmodell lobte.
Gestern nun meinte die SPD, dass das Modell G8 zu überdenken ist.
Zwar klingt das Verb „überdenken“ recht freundlich. In der Wirkung
jedoch muss es für die Schulministerin wie ein blauer Brief ankommen.
Die Mehrheitsfraktion im Landtag macht Druck. Offenbar sind es viele
Sozialdemokraten leid, seit Jahren im Wahlbezirk für das vermaledeite
Schulprojekt in Haftung genommen zu werden.Tatsächlich haben es
Schulministerium und Bezirksregierungen versäumt, G8 so zu
entwickeln, dass Schüler, Lehrer und Eltern damit zurechtkommen. Nach
wie vor gibt es bis Klasse 8 drei Klassenarbeiten pro Halbjahr,
obgleich hier in der Sekundarstufe I der meiste Druck herrscht. Und
nach wie vor ist der Unterrichtsstoff nicht so ausgedünnt, dass mehr
Zeit für die wesentlichen Inhalte bleibt. Löhrmann hatte zuletzt zwar
angekündigt, dass es „Erleichterungen“ geben solle. Aber das alles
kommt spät und zögerlich.

Ob das Turbo-Abi eine Belastungsprobe für die rot-grüne Koalition
wird, ist noch nicht ausgemacht. Das Klima ist prima, verlautet es
aus Düsseldorf. Doch erst vor wenigen Tagen redete
Wirtschaftsminister Duin Klartext mit der Grünen-Fraktion. Wirklich
alles prima? Eine Umkehr zu G9 dürfte indes eine gewaltige
Herausforderung darstellen: Angefangen von den genervten Gymnasien
bis hin zu der Tatsache, dass man wegen mehr Schulzeit mehr Lehrer
einstellen müsste. Dann kommt die Frage nach dem Wert der Bildung.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042616

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