NRZ: Privatsphäre nur noch gegen Aufpreis – ein Kommentar von STEPHAN HERMSEN

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Jetzt also auch die Autoversicherungen: Die
Datensammler machen mobil und vordergründig klingt das sehr
plausibel: Wer von Big Data seinen Fahrstil überwachen lässt, wird
vorsichtiger fahren. Davon profitiert die Sicherheit, die
Versicherung und am Ende auch der zahlende Kunde. So weit, so schön?
Wo wir uns doch auch schon daran gewöhnt haben, dass Kredite und
Hausratversicherung nach dem jeweiligen Wohnumfeld vergeben werden.
Dass Krankenversicherungen schon längst an Bonusprogrammen arbeiten,
die sportliche Betätigung belohnen und schlechte Angewohnheiten wie
Rauchen, Trinken und fettes Essen sanktionieren werden. Zu verlockend
sind die kleinen Smartphone-Programme, die uns zu immer gesünderem,
vernünftigerem, vorsichtigem Leben animieren. Wer sich selbst
optimiert, und dies mit Daten belegt, spart. Er zahlt mit seiner
Privatsphäre und bekommt die Dividende einer kostenoptimierten
Gesellschaft. Wir konstruieren uns allmählich eine Datengesellschaft,
in der es immer teurer wird, sich so etwas wie ein Privatheit leisten
zu können. Wer sparen will oder muss, wird seinen Lebensstil immer
mehr entblößen und dadurch mehr und mehr zum Gefangenen in einem
Datenkäfig, in dem jede seiner Regungen erfasst wird. Schwäche,
Emotionen und schlechte Angewohnheiten können sich bald nur noch
Besserverdienende leisten.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042616

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