NRZ: Ruchloser Massenmord – ein Kommentar von DIRK HAUTKAPP

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Am Ende macht es keinen Unterschied, ob der
Massenmörder von Orlando sich zum grausamen Moralpolizisten gegen
Schwule und Lesben aufschwang. Oder ob Omar Mateen sich als
ideologisch gefestigtes Selbstmordkommando der dschihadistischen
Mordbrenner des Islamischen Staates verstand: Seine Tat ist so
widerwärtig, so ruchlos, dass man verstummt. Mateen hat 50-mal
Fröhlichkeit und Lebenslust ausgelöscht. Anstatt sich hinter dem
semantischen Streit zu verstecken, ob das Blutbad das Werk einer vom
IS inspirierten Konspiration war oder der Alleingang eines der
Vielfalt Amerikas überdrüssig gewordenen „homegrown terrorist“, muss
das Land endlich das Grundübel angehen. Es sind und bleiben die laxen
Waffengesetze, die Gewaltorgien wie die von Florida begünstigen.
Keine Zivilgesellschaft muss die Existenz von kriegsähnlichen
Schnellfeuer-Gewehren zulassen, die so anstandslos wie ein Sixpack
Bier gekauft werden können. Dieser Horror ist zu 100 Prozent
hausgemacht. Nach jedem Massenmord der vergangenen Jahre war das
Niederschmetterndste in Amerika, dass alle Beteiligten, auch die
latenten Handlager des massenhaften Sterbens, die „National Rifle
Association“ (NRA), genau das wissen. Trotzdem blieb es bei
Lippenbekenntnissen. Nur eine Minderheit ist bereit, die Seuche
auszumerzen. Nach der Tragödie von Orlando kommt diese Fahrlässigkeit
fast einer Straftat gegen die Menschlichkeit gleich.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042616

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