NRZ: Zuversicht ist eine gute Botschaft-von MANFRED LACHNIET

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In den Wohnzimmern wird heute alles wie gewohnt
sein: Tannenbaum, Geschenke, Leckereien und Lieder bescheren uns das
gute Gefühl von Weihnachten. Kaum jemand wird merken, dass unser Land
in den letzten Monaten rund eine Million neuer Menschen aufgenommen
hat. Niemand bekommt deswegen weniger Geschenke, und der Speisenplan
wird üppig wie immer sein. Dennoch wird Weihnachten 2015 in die
bundesdeutsche Geschichte eingehen. Denn die vielen Flüchtlinge aus
Syrien, Irak oder Afghanistan rütteln an der jahrzehntelangen
Illusion, dass wir in Deutschland auf einer Insel leben, fern der
Außenwelt. Lange Jahre haben wir kriegerische Konflikte entweder
gebilligt, klammheimlich gestützt, haben weggesehen oder uns geduckt,
wo Handeln menschlich geboten gewesen wäre. Meist konnten wir die
Folgen dieser Kriege irgendwie anderen überlassen. Spätestens seit
dem mörderischen Bürgerkrieg in Syrien funktioniert das Raushalten
nicht mehr. Wir erleben nun hautnah, wie mächtig die Welt in Bewegung
geraten ist. Selbst die höchsten Zäune können die Menschen nicht
aufhalten, die vor furchtbarer Gewalt fliehen. Dass unser Land in den
vergangenen Monaten so viele von ihnen aufgenommen hat, ist eine
Leistung und ein Segen. Vor allem die zahllosen freiwilligen
Helferinnen und Helfer beweisen, dass Deutschland ein hilfsbereites
wie kluges Land ist. Das war nicht immer so: Es dauerte lange und
kostete unzählige Menschenleben, bis unser Staat Demokratie,
Menschenrechte, Meinungs- und Religionsfreiheit und die Absage an
Rassismus als Leitlinie für das Zusammenleben entwickelte. Es kommt
nun auf uns alle an, diese politischen wie menschlichen
Errungenschaften im Umgang mit den Flüchtlingen zu leben und
weiterzugeben. Dies ist eine Riesenaufgabe; aber eine, deren Gelingen
uns alle Mühe wert sein sollte. Natürlich kostet das eine Menge Geld
und bereitet Sorgen. Und es wird nicht alles glatt und reibungslos
verlaufen. Das ist bei großen Projekten nun einmal so. Doch am Ende
bringen Optimismus und Tatkraft mehr als Mäkeln und Hetzen. Dies ist
keine Absage an den nötigen Streit um den richtigen Weg, wenn er denn
nur offen, ehrlich und ohne Diskriminierung erfolgt. Gerade die
selbsternannten Hüter des Abendlands sollten wissen, dass Hilfe für
Menschen in Not eine christliche Tugend ist. Genauso preisen auch die
anderen Religionen Barmherzigkeit und gute Taten. Weihnachten steht
für Hoffnung und Zuversicht. Und das ist eine gute Botschaft.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042616

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