Open Doors fordert Schutz christlicher Flüchtlinge / Berliner Masterplan für Integration und Sicherheit greift zu kurz

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Das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open
Doors setzt sich weltweit für verfolgte Christen ein – aufgrund der
zahlreichen Übergriffe gegen christliche Flüchtlinge in deutschen
Flüchtlingsunterkünften nun auch in Deutschland. Allein aus Berlin
liegen Open Doors weit über 100 Meldungen zu gewaltsamen Übergriffen
gegen christliche Flüchtlinge vor. Der Berliner Senat sieht
Handlungsbedarf im Blick auf die Flüchtlingssituation und erarbeitet
gegenwärtig einen „Masterplan Integration und Sicherheit“. Am 15.
März 2016 wurde ein erster Entwurf vorgelegt. Von Schutz für
christliche Flüchtlinge ist in dem „Masterplan“ jedoch nicht die
Rede, obwohl laut EU-Richtlinie die Mitgliedstaaten verpflichtet
sind, „das Vorliegen besonderer Bedürfnisse besonders gefährdeter
Gruppierungen zu ermitteln und zu beurteilen“. Wie will der Berliner
Senat dies tun, wenn nicht einmal die Religion der Flüchtlinge
erfasst wird?

Wer gehört zu den besonders gefährdeten Gruppierungen?

Auf Seite 11 des Entwurfs wird unter Punkt 2.1.31 der „Schutz
besonders vulnerabler Gruppen“ behandelt mit Bezug auf die
EU-Richtlinie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen
für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen.
Die EU-Richtlinie nennt als besonders Gefährdete z.B. Minderjährige,
Behinderte, Schwangere und auch Personen, die schwere Formen
psychischer und physischer Gewalt erlitten haben. Man muss kein
Nahost-Experte sein um zu wissen, dass viele Christen in ihren
Heimatländern genau das erleben. Ausgerechnet in deutschen
Flüchtlingsunterkünften sind sie nun zum Teil ähnlichen Übergriffen
ausgesetzt, so dass einige sich nicht anders zu helfen wissen als
ihre Unterkünfte nur noch nachts aufzusuchen oder gleich bei Kirchen
um Asyl zu bitten. Sie sind besonders gefährdet.

Im Entwurf des Berliner Senats wird ein besonderer Schutzbedarf
christlicher Flüchtlinge allerdings nicht festgestellt. Dagegen
werden „lesbische, schwule, bisexuelle sowie trans- und
intergeschlechtliche Menschen in den Personenkreis besonders
Schutzbedürftiger einbezogen, weil sie von Diskriminierungen bis hin
zu gewalttätigen Übergriffen betroffen sein können“, so der Entwurf
zum Masterplan. Die hier Genannten „können betroffen sein“, deshalb
sind sie laut Berliner Senat gefährdet. Die christlichen Flüchtlinge
SIND hundertfach betroffen, gelten laut Berliner Masterplan als nicht
gefährdet.

Christliche Flüchtlinge sind in manchen Flüchtlingsunterkünften
stark gefährdet

Open Doors führt derzeit eine Befragung unter christlichen
Flüchtlingen in Deutschland durch, um möglichst flächendeckend
Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung zu registrieren und im Rahmen
einer Studie zu veröffentlichen. Zahlreiche Berichte von Betroffenen
liegen bereits vor. Deshalb kritisiert Open Doors, dass christliche
Flüchtlinge, die in Erstaufnahmeeinrichtungen und Flüchtlingsheimen
vielfach von muslimischen Flüchtlingen bedroht, drangsaliert und
attackiert werden, vom Rechtsstaat weitgehend alleingelassen werden.
Markus Rode, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender von Open Doors,
drängt auf eine Korrektur des Berliner Masterplans: „Nach den vielen
Berichten in den Medien über die Gewalt gegen christliche
Flüchtlinge, gerade auch in Berlin, muss ich fragen, ob dies den
Mitgliedern des Berliner Senats entgangen ist“, so Rode. „Was muss
noch alles geschehen, bevor christliche Flüchtlinge endlich
entsprechend unseres deutschen Rechts und EU-Richtlinien geschützt
werden? Wir appellieren dringend an die Politiker im Berliner Senat,
ihren Entwurf zu überarbeiten und allen christlichen Flüchtlingen
ausreichend Schutz zu gewährleisten.“

Über Open Doors

Weit mehr als 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund
ihres Glaubens verfolgt. Open Doors ist als überkonfessionelles
christliches Hilfswerk seit über 60 Jahren in rund 60 Ländern im
Einsatz für verfolgte Christen. Jährlich veröffentlicht Open Doors
den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen
Christen am stärksten verfolgt werden. Projekte von Open Doors
umfassen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christlichen Leitern,
Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-Arbeit, die
Bereitstellung von Bibeln und christlicher Literatur sowie die
Unterstützung von Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten
Öffentlichkeitsarbeit informiert das Werk in Publikationen und mit
Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für
verfolgte Christen auf.

Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden
finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen
Evangelischen Allianz.

Für Fotos und Interviews mit Markus Rode wenden Sie sich bitte an
unser Pressebüro:

Kontakt Presse
Open Doors Deutschland e.V.
Postfach 1142
D-65761 Kelkheim
T +49 6195 – 67 67 180
F +49 6195 – 67 67 181
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