Ostdeutsche Bundesländer sind führend bei der Frauenquote – Hamburg ist Hauptstadt der Chefs (FOTO)

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Frauen in Führungspositionen sind in Deutschland weiterhin
unterrepräsentiert. Lediglich 22,5 Prozent der Chefsessel sind
derzeit von einer Frau besetzt. Im Jahr 2015 war die Quote mit 22,4
Prozent nahezu auf dem gleichen Niveau. Im Jahr 2014 lag die
Frauenquote mit 21,1 Prozent noch niedriger. So lauten die Ergebnisse
einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel, in der 2.876.000
Millionen Positionen von Führungskräften aus knapp 800.000
Unternehmen in Deutschland hinsichtlich Alter, Geschlecht und
Regionen analysiert worden sind (Stichtag 30.6.2016). Bei den
ausgewerteten Führungspositionen handelt es sich um Geschäftsführer,
Aufsichtsratsmitglieder und -vorsitzende, Inhaber sowie um
Vorstandsmitglieder und -vorsitzende.

Die ostdeutschen Bundesländer nehmen beim Thema Frauenquote dabei
eine Vorreiterrolle ein. Brandenburg liegt mit einer Frauenquote in
Führungspositionen von 26,1 Prozent wie schon im letzten Jahr (26,0
Prozent) bundesweit an der Spitze. Aber auch in
Mecklenburg-Vorpommern (26,0 Prozent), Sachsen und Sachsen-Anhalt
(jeweils 25,6 Prozent) und Thüringen (24,3 Prozent) ist die
Frauenquote höher als im Bundesdurchschnitt (22,5 Prozent). Mit einer
Frauenquote von 24,1 Prozent entpuppt sich das Saarland als dasjenige
alte Bundesland mit den meisten weiblichen Führungskräften.
Nachholbedarf hinsichtlich der Frauenquote haben vor allem
Baden-Württemberg (20,2 Prozent), Bremen (20,5 Prozent), Bayern (21,0
Prozent) und Hamburg (21,4 Prozent).

Die zwei Hauptgründe für wenige Frauen in Führungspositionen sind
die Männerdominanz in Entscheidergremien sowie eine mangelnde
Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Bei steigender Unternehmensgröße nimmt der durchschnittliche
Chefinnenanteil kontinuierlich ab und steigt dann bei den
Großunternehmen wieder an. Während in kleinen Firmen mit bis zu zehn
Mitarbeitern mehr als jede vierte Führungskraft eine Frau ist (25,3
Prozent), sinkt die Chefinnenquote bei
101-bis-500-Mitarbeiter-Unternehmen auf 12,5 Prozent. Bei
Großunternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern liegt der Anteil von
Frauen in Führungspositionen bei 16,9 Prozent. Ähnlich verhält sich
die Frauenquote in Unternehmen hinsichtlich des Kriteriums
Umsatzgröße. Den höchsten Frauenanteil in Führungspositionen haben
Firmen mit einem Umsatz unter 1 Million Euro (24,5 Prozent). Danach
sinkt die Frauenquote mit einem steigenden Umsatz kontinuierlich ab.
Den niedrigsten Wert mit 9,8 Prozent erreicht sie bei Unternehmen mit
einem Umsatz zwischen 50 und 100 Millionen Euro. Bei Unternehmen mit
mehr als 100 Millionen Umsatz steigt die Frauenquote in
Führungspositionen auf 11,4 Prozent.

In der Analyse der Branchen liefert das Gesundheitswesen mit einer
Frauenquote von 37,2 Prozent den höchsten Wert. Aber auch im Handel
(24,9 Prozent) und im Verlagswesen (24,6 Prozent) nehmen Frauen
überdurchschnittlich häufig Führungspositionen ein. Wenige Frauen in
Führungspositionen sind indes im Baugewerbe (7,9 Prozent), im
Maschinenbau (9,1 Prozent), in der Energieversorgung (11,2 Prozent)
und in der Schifffahrt (11,5 Prozent) vertreten.

Der Frauenanteil in Aufsichtsräten liegt gerade einmal bei
durchschnittlich 16,6 Prozent. Dies zeigt eine Analyse von rund
72.000 Positionen von Aufsichtsräten (Aufsichtsratsmitglieder und
Aufsichtsratsvorsitzende) in deutschen Unternehmen. Auch bei der
Frauenquote in Aufsichtsräten zeigen sich zwei ostdeutsche Länder
führend. In Brandenburg (22,9 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern
(22,3 Prozent) ist die Quote bundesweit am höchsten. Den geringsten
Anteil meldet hingegen das Saarland mit 12,3 Prozent weiblichen
Aufsichtsräten.

Unabhängig von der Analyse von Frauen in Führungspositionen
liefert die aktuelle Studie noch ein anderes Ergebnis. Werden die
ausgewerteten Führungspositionen in das Verhältnis zu der
Einwohnerzahl in den Bundesländern gesetzt, zeigt sich, dass Hamburg
die Hauptstadt der Chefs ist. In keinem anderen Bundesland gibt es so
viele Führungskräfte wie in der Hansestadt. In Hamburg kommen auf
10.000 Einwohner 488 Führungskräfte. Auf anteilig am wenigsten
Führungskräfte in Deutschland bringt es Niedersachsen mit lediglich
303 Entscheidern je 10.000 Einwohner.

Laut Bürgel Untersuchung ist mehr als ein Viertel (25,5 Prozent)
der Führungskräfte beiderlei Geschlechts älter als 60 Jahre. In der
Altersklasse der jungen Erwachsenen von 18 bis 20 Jahren arbeitet nur
jeder Tausendste (0,1 Prozent) in einer Führungsposition. Bei den 21-
bis 30-Jährigen sind es 2,6 Prozent.

Apropos Entscheidernachwuchs wird sich in den nächsten Jahren
einiges tun. Laut Bürgel befinden sich 17,7 Prozent der Chefs und
Chefinnen kurz vor dem oder bereits im Rentenalter und bedürfen bald
einer Nachfolgeregelung. Die meisten Vorgesetzten in diesem Alter
arbeiten in Rheinland-Pfalz. Hier liegt der Anteil der über
65-jährigen Chefs bei 19,5 Prozent.

Der durchschnittliche Unternehmenschef ist in der Bundesrepublik
51,8 Jahre alt. Während die statistisch ältesten Führungskräfte in
Baden-Württemberg (Durchschnittsalter: 53,6 Jahre) und Bremen (53,4
Jahre) arbeiten, gehen in Sachsen-Anhalt (50,5 Jahre), Brandenburg
(50,7 Jahre) und Thüringen (50,8 Jahre) statistisch die jüngsten
Führungskräfte ihrer Tätigkeit nach.

Die komplette Studie finden Sie auf unserer Homepage unter
https://www.buergel.de/de/aktuelles/studien/fuehrungspositionen

Pressekontakt:
Oliver Ollrogge, Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG

E-Mail: Oliver.Ollrogge@buergel.de, Tel.: 040 / 89 803 582

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