Ostsee-Zeitung: Dienst ist Dienst: Kommentar zum „Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr“

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Seit Anbeginn der christlichen Seefahrt ist es
selbstverständlich, dass ein Schiff stets von seiner Mannschaft
bewacht wird. Eigentlich undenkbar, dass an einer so elementaren
hoheitlichen Aufgabe gerüttelt wird. Doch die Zeiten ändern sich und
die Marine gleich mit: Die Bundeswehr soll attraktiver und das
lästige Wacheschieben im Hafen abgeschafft werden. Stattdessen
könnten bald Kameras und private Wachdienste die Korvetten und
Fregatten überwachen, während die Besatzungen selig in ihren Betten
an Land schlummern. Was kommt als nächstes? Die frühere
Schleifanstalt Bundeswehr entwickelt sich immer mehr zum
Service-Paradies. Soldaten klagen bereits, dass die Fernseher in den
Fitness-Studios der Kasernen keine Flachbildschirme haben (kein
Scherz!). Ein Werbespruch der Bundeswehr lautet: „Wir. Dienen.
Deutschland.“ Doch der traditionelle Begriff des Dienstes am
Vaterland hat wohl ausgedient. Dank der Attraktivitätsoffensive der
Bundesverteidigungsministerin könnte es bald heißen: „Wir. Lassen uns
bedienen. Danke schön.“

Pressekontakt:
Ostsee-Zeitung
Jan-Peter Schröder
Telefon: +49 (0381) 365-439
jan-peter.schroeder@ostsee-zeitung.de

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