Ostthüringer Zeitung: Starttermin für neue ICE-Strecke von Leipzig/Halle nach Erfurt wackelt: Eisenbahn-Bundesamt verweigert Zulassung von Schienen auf Brücken

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Das Eisenbahn-Bundesamt hat die Freigabe für die
Brücken auf der ICE-Neubaustrecke von Leipzig/Halle nach Erfurt nicht
erteilt, berichtet die Ostthüringer Zeitung online und in der
Samstagsausgabe. Konkret geht es um die Feste Fahrbahn, die auf den
Brücken beim Verkehrsprojekt Deutsche Einheit verbaut sind.

Laut Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat die Firma Porr Bau GmbH im
Zusammenhang mit den Bauarbeiten für die Neubaustrecke einen Antrag
auf allgemeine Zulassung ihres Systems einer Festen Fahrbahn
gestellt. „Das System unterscheidet sich von herkömmlichen
Konstruktionsweisen und weicht von den anerkannten Regeln der Technik
und eingeführten Technischen Baubestimmungen ab“, sagte EBA-Sprecher
Moritz Huckebrink der Ostthüringer Zeitung. Die Antragstellerin müsse
deshalb einen Verwendbarkeitsnachweis für die Konstruktion führen.
„Das hat sie auch nach mehrfacher Aufforderung bislang nicht getan.
Das EBA hat darum im Mai 2015 den Antrag für die Anwendung auf
Brücken zurückgewiesen“, sagte der Sprecher. Möchte die Bahn als
Bauherrin die Konstruktion dennoch auf der ICE-Strecke in Betrieb
nehmen, so müsse sie hierfür einen so genannten Nachweis gleicher
Sicherheit erbringen. Dieser gelte nur für den Einzelfall, erläuterte
der Sprecher: „Die Bahn müsste dazu zeigen, dass über die
Nutzungsdauer ein mindestens gleich hohes Sicherheitsniveau erreicht
wird wie bei Einhaltung der Technischen Baubestimmungen.“

Die Deutsche Bahn bestätigt das Problem auf OTZ-Anfrage. „Es liegt
in der Natur der Sache, dass vor Zulassung einer neuen Technik
unterschiedliche Fragestellungen geklärt werden müssen“, sagte ein
Sprecher. „Wir arbeiten daran, die Zulassungsvoraussetzungen für die
Feste Fahrbahn zu schaffen.“ Dazu stehe die Bahn mit allen
Beteiligten eng im Austausch: „Wir gehen davon aus, dass der
Inbetriebnahmetermin durch das Zulassungsverfahren nicht gefährdet
ist.“

Der Vorstandschef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, hatte diese
Woche die Freigabe des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 8.2
zwischen Leipzig/Halle und Erfurt für den 13. Dezember 2015
angekündigt. Intern bestehen bei Mitarbeitern jedoch erhebliche
Zweifel, ob der Starttermin zu halten ist. Wenn der Nachweis nicht
gelingt und ein anderer Aufbau der Schienen auf den Brücken notwendig
wird, wird mit einem Bauverzug von bis zu drei Jahren spekuliert.

Die 123 Kilometer lange ICE-Strecke verfügt über sechs Talbrücken
mit insgesamt 14,4 Kilometern Länge. Im Sommer 2015 will die DB
Projektbau die Strecke an die DB Netz AG übergeben – dafür braucht es
zuvor die Freigabe durch das EBA.

Pressekontakt:
Ostthüringer Zeitung
Redaktion Ostthüringer Zeitung
Telefon: +49 365 77 33 11 10
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