Ostthüringer Zeitung: Wolfgang Schütze kommentiert: Glyphosat in aller Munde?

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Die Welt scheint aus den Fugen, zumindest für
Biertrinker. Denn Mitarbeiter eines Münchner Umweltinstituts wollen
Glyphosatreste im Bier gefunden haben. Unkrautvernichter im deutschen
Nationalgetränk, wie furchtbar. Nach Lektüre der Liste über 14
betroffene Brauereien wollte ich schon eine ungefährliche Marke
suchen, aber es besteht noch Hoffnung, dass ausgerechnet im
Jubiläumsjahr des Reinheitsgebotes Hopfen und Malz nicht verloren
sind. Bierbrauer, Politiker und Glyphosat-Hersteller nahmen die
Studie aus München sofort auseinander. Was wohl niemanden verwundert.
Allerdings bekamen die interessierten Seiten auch Unterstützung vom
Bundesinstitut für Risikobewertung. Das erklärte, Biertrinken in
Maßen sei weiterhin unbedenklich. Um gesundheitlich gefährliche Reste
des Pflanzenschutzmittels aufzunehmen, müsste – so das Bundesinstitut
– ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken. Das
schafft keiner und es wäre auch nicht wünschenswert. Wozu also die
Aufregung? Vielleicht liegt es daran, dass die Europäische Union die
Zulassung von Glyphosat verlängern will. Begleitet wird dies von
Unterstellungen, die EU vertrete dabei ja nur die Interessen von
Chemiekonzernen. Umweltschützer und Grüne kämpfen seit längerem gegen
Pflanzengifte. Schützenhilfe von Wissenschaftlern ist dabei gewiss
willkommen. Allerdings gab es in der Kampagne kürzlich einen
Rückschlag: Nachdem bei einer von den Grünen in Auftrag gegebenen
Studie Glyphosat in Muttermilch gefunden wurde, ließ das
Bundesinstitut für Risikobewertung weitere Tests anstellen – und gab
danach Entwarnung. Wem soll man nun glauben, was kann man noch
trinken? Ich empfehle Waldmeister-Limo. Als ich klein war, war die
der Himmel auf Erden. Dann war sie plötzlich verboten, weil angeblich
krebserregend. Nun ist sie längst wieder da und schmeckt noch immer.
Und wer trotzdem seinem Bier misstraut, wird bei einem Test an
Plattenfugen feststellen: Unkraut vergeht nicht.

Pressekontakt:
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Redaktion Ostthüringer Zeitung
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