Ostthüringer Zeitung: Wolfgang Schütze kommentiert: Gutes schlecht vorbereitet

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Wie lautet die Steigerung von Hilflosigkeit? Merkel,
Gabriel, Seehofer!

Der bayerische Löwe brüllt gern im heimischen Revier. Das kommt
bei manchen gut an. Doch wer genau hinhört, muss sich nicht
erschrecken. Auch das Positionspapier bringt viel weniger als
Seehofer vor dem Treffen wollte.

Angela Merkel hat im September menschlich gehandelt, als sie Tür
und Tor nach Deutschland für die in Ungarn gestrandeten Flüchtlinge
öffnete. Falsch und zwar nachhaltig falsch an dieser emotionalen
Entscheidung der Bundeskanzlerin war, dies nahezu im Alleingang zu
tun. Immerhin wurden europäische Regeln wie das Dublin- und das
Schengen-Abkommen gebrochen. Wer das macht, kann Europa-Egoisten
kaum noch kritisieren.

Deutschland, aber auch die Amerikaner und Russen zum Beispiel,
wissen seit Jahren, wie sich der Bürgerkrieg in Syrien ausweitet,
wie verheerend das Bomben und Vertreiben für die Bevölkerung ist.
Es wäre genug Zeit gewesen, sich vorzubereiten auf den großen Treck,
der vermutlich auch ohne Merkels Signal irgendwann zu uns gekommen
wäre. Das Chaos, das Holterdipolter bei der Bewältigung der
Flüchtlingskrise ist letztlich Merkels Schuld. Allerdings: Alle die
jetzt von links- und rechtsaußen schreien: Merkel muss weg – die
können es ganz bestimmt nicht besser.

Da lob ich mir Peter Maffay. Der gebürtige Rumäne, 1963 in die
Bundesrepublik eingewandert, weiß, wovon er redet. Gerade deshalb
hat er vor Parallelgesellschaften gewarnt und von allen Flüchtlingen
die Akzeptanz des Grundgesetzes verlangt. Wer seine Religion für
besser halte oder Homosexualität nicht akzeptiere, dem müsse man
sagen: „Sorry, aber du hast hier nichts verloren.“ Und für
Obergrenzen bei der Flüchtlingsaufnahme fand Maffay ein zutreffendes
Bild: „Wenn Sie einen trockenen Schwamm nehmen und Wasser darauf
gießen, wird er eine Menge aufnehmen. Aber irgendwann läuft es unten
wieder raus. Das Gefährlichste, was uns passieren kann, ist, dass wir
nicht mehr helfen können.“

Pressekontakt:
Ostthüringer Zeitung
Redaktion Ostthüringer Zeitung
Telefon: +49 365 77 33 11 13
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