Ostthüringer Zeitung: Wolfgang Schütze kommentiert zum AfD-Parteitag: Keine Eintagsfliege

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Der Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD)
hat die erwartete Aufmerksamkeit gefunden: Nicht nur bei 500
Gegendemonstranten in Stuttgart, die in Gewahrsam genommen wurden,
weil sie eine seltsame Interpretation des Versammlungsrechts an den
Tag legten. Auch die politische Konkurrenz von CDU und SPD beeilte
sich, den Debatten der AfD eine „rückwärtsgewandte Auffassung von
Politik“ zu attestieren. CDU-Generalsekretär Peter Tauber nannte die
AfD “ nicht konservativ, sondern reaktionär“ Aus Sicht von
SPD-Generalsekretärin Katarina Barley zeigt der Bundesparteitag,
„wie unmodern und rückwärtsgewandt die AfD wirklich ist“. Nun ja,
vielleicht müssen Parteimanager so reden. Ob sie damit die Wähler
der AfD zurückgewinnen, ist fraglich. Derzeit sind es bundesweit
laut Umfragen über 13 Prozent, womit die AfD zur drittstärksten Kraft
wird – noch vor Linken und Grünen. Damit bestätigen sich die
Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen; Eintagsfliegen sehen anders
aus. So lange es der AfD gelingt, die in Deutschland auch ohne sie
vorhandenen Stimmungen abzufischen, wird die Akzeptanz bleiben.
Auch wenn es den so genannten Volksparteien nicht gefällt: sie
erreichen das Volk nicht mehr so wie früher, und umgekehrt hört das
Volk nicht mehr so auf sie. Die Erosion von Union und SPD, aus der
im übrigen Linke und Grüne kaum Kapital schlagen können, begann
lange, bevor die AfD ins Leben trat. Denn wer seit Jahren nicht mehr
durchsetzt, dass es in der Gesellschaft sozial gerecht zugeht,
braucht sich nicht wundern. Wenn es auf der einen Seite
Linkspopulisten gibt, kann es auf der anderen Seite auch
Rechtspopulisten geben – offenbar gewinnt diese Überzeugung nun
auch hierzulande an Fahrt. Wie lange hatten eigentlich die Grünen
gebraucht, bis sie eine „normale“ Partei waren? Der Gärungs- und
Klärungsprozess wird auch bei der AfD noch eine ganze Weile anhalten
– und dabei wird analog einiges zerfallen. Es dauert jedenfalls noch
lange, bis die AfD eine Alternative für Deutschland ist. Und
vielleicht wird sie es auch nie.

Pressekontakt:
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Redaktion Ostthüringer Zeitung
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