Personalschlüssel in Pflegeheimen: Paritätischer warnt vor prekärer Versorgungslage und fordert 30.000 zusätzliche Pflegekräfte

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Als alarmierend bewertet der Paritätische
Wohlfahrtsverband die Ergebnisse einer aktuellen Studie der
Universität Witten-Herdecke zur Belastung von Pflegekräften im
Nachtdienst in deutschen Altenheimen. Die Studie, nach der im
Durchschnitt eine Einzelkraft für 52 Personen pro Nacht zuständig
ist, sei Ausdruck der seit Jahren unzureichenden Personalschlüssel.
Die zunehmend prekäre Versorgungsrealität in deutschen Pflegeheimen
werde sich mit Inkrafttreten des neuen Pflegestärkungsgesetzes weiter
zuspitzen, warnt der Verband und fordert eine Anpassung der
Personalschlüssel.

„Die Personalschlüssel in der Pflege sind häufig so alt wie die
Pflegeversicherung selbst und werden der veränderten
Versorgungsrealität einfach nicht mehr gerecht. Dass heute mehr
Menschen mit höherer Pflegebedürftigkeit und vor allem auch mehr
Menschen mit Demenz und damit höherem Betreuungsbedarf in den Heimen
leben, wird bisher bei den Personalschlüsseln überhaupt nicht
angemessen berücksichtigt“, kritisiert Ulrich Schneider,
Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. Das Problem
werde sich mit dem Pflegestärkungsgesetz II noch verschärfen, warnt
der Verband. „Die jüngste Pflegereform bringt mit der überfälligen
Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs viele richtige
und wichtige Verbesserungen für pflegebedürftige Menschen. Das
Personalproblem aber löst dieses Gesetz nicht“, so Schneider.

Nach überschlägigen Rechnungen des Verbandes bräuchte es
vermutlich 30.000 zusätzliche Pflegekräfte, um die neuen gesetzlichen
Vorgaben der jüngsten Pflegereform angemessen umzusetzen. Der
Gesetzgeber verweise hier aber bisher stets auf die
Einzelverhandlungen der Träger mit den Pflegekassen. „Die
Pflegekassen sitzen am längeren Hebel. Es ist Zeit, dass der
Gesetzgeber die Pflegekassen zwingt, sich endlich den veränderten
Realitäten in den Verhandlungen zu stellen, um vernünftige
Personalschlüssel und eine angemessene Refinanzierung zu
ermöglichen“, fordert Schneider. Flankierend seien Maßnahmen
erforderlich, um die Attraktivität des Pflegeberufes zu steigern.
„Wenn wir mehr Menschen für den Pflegeberuf gewinnen wollen, brauchen
wir bessere Rahmenbedingungen – bei der Ausbildung, bei der
Entlohnung und am Pflegebett“, so Schneider.

Pressekontakt:
Gwendolyn Stilling, Tel. 030/24636305, E-Mail: pr@paritaet.org

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