Perspektivenwechsel für Abgeordnete: Auftakt der Politikerpraktika in der Pflege / Grünen-Abgeordneter Frey: Landesheimbauverordnung sollte auf den Prüfstand gestellt werden

Abgelegt unter: Arbeit,Innenpolitik |





Der Landtagsabgeordnete Josha Frey hat als
Erster von rund 20 Landespolitikern Praxiserfahrung in der Pflege
gesammelt, um für die politische Arbeit Eindrücke aus der Arbeitswelt
der Pflegenden mitzunehmen. Die über 1.000 Mitgliedsunternehmen des
Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) in
Baden-Württemberg hatten die Abgeordneten zu den Praxiseinsätzen
eingeladen und waren mit ihrem Angebot auf große Resonanz gestoßen.

Der Lörracher Abgeordnete Josha Frey (Bündnis 90/Die Grünen)
lernte einen halben Tag lang die Arbeit im privat geführten Haus
Engels in Bad Bellingen kennen. Frey lobte dabei vor allem die vielen
Angebote der Einrichtung, in der seit Jahrzehnten auch Gartenarbeit,
Tierhaltung, handwerkliche Tätigkeiten und sportliche Aktivitäten zum
Alltag der Seniorinnen und Senioren gehören. „Ich freue mich sehr
über ein solches Haus hier in meinem Wahlkreis. Die Einrichtung ist
toll in die Kommune eingebunden und man sieht an vielen Details, dass
die Mitarbeiter mit großem Engagement bei der Sache sind – besser
geht es kaum.“

Der Landtagsabgeordnete erkannte allerdings auch die
Schwierigkeiten, die durch die Umsetzung der Landesheimbauverordnung
entstehen. Die Geschäftsführerin von Haus Engels, Inge Kober,
erklärte: „Wir müssen Zimmer umbauen, weil sie wenige Zentimeter zu
klein sind, und damit Bewohnerinnen und Bewohner aus ihrer gewohnten
Umgebung reißen. Das kann doch von der Politik nicht gewünscht sein.“

Josha Frey verwies auf eine entsprechende Vereinbarung im
Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung. „Wir haben vereinbart,
dass wir die Landesheimbauverordnung im Hinblick auf Möglichkeiten
zur Erleichterung und Vereinfachung überprüfen. Das werden wir auch
tun – gerade die von uns gewünschten kleineren Einrichtungen
benötigen hier sicherlich Unterstützung.“

Der Perspektivenwechsel durch einen solchen Praktikumstag bringe
die Pflege näher an die politischen Entscheidungsträger heran, ist
sich der bpa-Landesvorsitzende Rainer Wiesner sicher. „Wegen der
Landesheimbauverordnung droht in Baden-Württemberg der Wegfall von
bis zu 17.700 Heimplätzen. Im Praktikum lernen die Abgeordneten
hinter diesen abstrakten Zahlen Einrichtungen in ihren Wahlkreisen
kennen, die konkret bedroht sind. Das ändert den Blickwinkel.“

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
1.000 in Baden-Württemberg) die größte Interessenvertretung privater
Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Stefan Kraft, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 0711/960 49 60, www.bpa.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *



Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de