Pflege: Profis gehört die Zukunft / bpa sieht steigenden Bedarf an professioneller Pflege in Hessen und fordert Sicherung der Ausbildungskapazitäten

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In keinem anderen Bundesland werden so viele
Pflegebedürftige von ihren Familien versorgt wie in Hessen.
Angesichts sich verändernder Familienstrukturen erwartet der
Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) jedoch
einen deutlich steigenden Bedarf an professioneller Pflege in den
nächsten Jahren. „Selbst wenn die Quote der familiär gepflegten
Menschen stabil bleibt, müssen einem Gutachten zufolge bis zum Jahr
2030 mehr als 10.000 neue stationäre Pflegeplätze entstehen, um die
Nachfrage zu decken“, erklärt der bpa-Landesvorsitzende Jochen
Rindfleisch-Jantzon mit Verweis auf eine Studie des Instituts der
Deutschen Wirtschaft Köln. Im gleichen Zeitraum müssen nach
Berechnungen der Forscher bis zu 4.800 zusätzliche Vollzeitstellen in
der ambulanten Pflege entstehen.

„Wenn man die steigende Zahl von Single-Haushalten und die
Familien berücksichtigt, die weit auseinander leben, ist davon
auszugehen, dass noch mehr Stellen geschaffen werden müssen“,
prognostiziert Rindfleisch-Jantzon. „Deshalb brauchen wir in Hessen
in Zukunft möglichst viele Pflegeprofis.“ Er fordert stärkere
Anstrengungen der Landesregierung für den Erhalt der flächendeckenden
Ausbildungsinfrastruktur.

„Der hessische Pflegemonitor hat gezeigt, dass sich junge Menschen
vor allem dann für den Pflegeberuf entscheiden, wenn sie wohnortnah
Arbeitsplätze finden. Und bevor sie 50 Kilometer zur nächsten
Altenpflegeschule fahren müssen, entscheiden sie sich eher für eine
andere Ausbildung.“ Die Landesregierung habe sich aber noch immer
nicht klar gegen die von der Bundesregierung geplante Zusammenlegung
der Ausbildungsgänge für Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und
Altenpflege ausgesprochen. Die Einführung der sogenannten
Generalistik würde in absehbarer Zeit das Ende kleinerer
Altenpflegeschulen in den Regionen bedeuten.

„Die Pflegebedürftigen in Hessen müssen sich auch in Zukunft
darauf verlassen können, dass Pflegeprofis zur Stelle sind, wenn die
Familie die Versorgung nicht mehr selbst übernehmen kann. Deshalb
muss alles dafür getan werden, die Pflegeausbildung zu erhalten und
so attraktiv wie möglich zu gestalten“, so der hessische
bpa-Landesvorsitzende.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon 1.000
in Hessen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer
Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und
(teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und
Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die
Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000
Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Manfred Mauer, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle
Hessen, Telefon: 0611/341 07 90, www.bpa.de

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