Präses besucht Flüchtlingslager Idomeni: Europa darf sich nicht mit dem Zustand abfinden / Hochrangige evangelische Kirchenvertreter fordern europäische Lösung (VIDEO)

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Angesichts der katastrophalen Lage der Menschen im
Flüchtlingslager Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze haben
hochrangige evangelische Kirchenvertreter eine europäische Lösung der
Probleme angemahnt. Präses Manfred Rekowski, Kirchenpräsident Dr.
Volker Jung und Moderator Martin Engels zeigten sich bei ihrem Besuch
in Idomeni von den Zuständen im Lager erschüttert.

„Ich hoffe sehr, dass Europa sich an diesen Zustand hier nicht
gewöhnt, und dass wir uns nicht damit abfinden“, sagte Manfred
Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, gestern (6.
April 2016) am späten Nachmittag beim Besuch des provisorischen
Camps, in dem derzeit rund 13.000 Menschen unter unwürdigen
Bedingungen ausharren. Gemeinsame Lösungen forderte auch Dr. Volker
Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau:
„Die Situation wird von Griechenland alleine nicht zu lösen sein.
Deshalb wird es darum gehen, dass Europa noch einmal gemeinsam hier
hinschaut und auch gemeinsam Lösungen für ein vernünftiges und
ordentliches Aufnahme- und Registrierungsverfahren findet.“ Dabei
müsse es vor allem um diejenigen gehen, die einen Asylantrag stellen
wollten. „Im Moment ist es so, dass ihnen dieses Menschenrecht
vorenthalten wird.“

„Was ich hier erlebe, macht mich sprachlos“, so Martin Engels,
Moderator des Reformierten Bundes, im Flüchtlingslager Idomeni: „40
Prozent der hier lebenden Menschen sind unter 14 Jahren alt.“ Das
Lager sei weit davon entfernt, humanitären Standards zu entsprechen.
„Zugleich erlebe ich Mitarbeitende des UNHCR, ich erlebe
ehrenamtliche Mitarbeitende der Griechischen Evangelischen Kirche,
die über ihre Kräfte hinaus hier tätig sind. Der Umgang unserer
Kirchen mit Flüchtlingen ist keine rein politische Frage, sondern,
die Frage, wie wir mit Menschen, die in bitterster Not sind, umgehen,
ist eine Frage des christlichen Bekenntnisses.“

Erschrecken über die katastrophale Lebenssituation im Camp

„Wir sind mitten in Europa, aber wenn man sich die Lebenssituation
der Menschen hier anschaut, dann erschüttert und bewegt mich das
sehr, und es erschreckt mich auch“, kommentierte Präses Rekowski
seine Eindrücke. Normalerweise solle es in Flüchtlingslagern eine
Toilette für 20 Menschen geben. In der Zeltstadt in Idomeni müssen
sich 150 Menschen eine Toilette teilen. Lange Schlangen an der
Essensausgabe sind Alltag für die Menschen, deren Zukunft an der
Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien derzeit völlig ungewiss
ist.

Heute treffen Rekowski, Jung und Engels im Rahmen ihres
Solidaritätsbesuchs in Griechenland Vertreterinnen und Vertreter von
Kirchen und kirchlichen Organisationen, die Flüchtlingshilfe und
-arbeit leisten. Außerdem ist ein Treffen mit der deutschen Gemeinde
in Thessaloniki vorgesehen. Begleitet werden der rheinische Präses,
der hessen-nassauische Kirchenpräsident und der Moderator des
Reformierten Bundes von Doris Peschke (Generalsekretärin der
Kirchlichen Kommission für Migranten in Europa, CCME) und dem
Interkulturellen Beauftragten der Evangelischen Kirche in Hessen und
Nassau Pfarrer Andreas Lipsch.

Kollekten und Spenden für Flüchtlinge in Griechenland

Angesichts der Not der in Griechenland und vor allem an der
griechisch-mazedonischen Grenze gestrandeten Flüchtlinge hatte Präses
Rekowski bereits Mitte März die Gemeinden in der Evangelischen Kirche
im Rheinland zu Kollekten in Gottesdiensten und zu Spenden
aufgerufen. Dabei sind bislang schon mehr als 60.000 Euro
zusammengekommen. Spenden werden erbeten auf das Spendenkonto IBAN
DE56 3506 0190 0000 0241 20, BIC GENODED1DKD, Verwendungszweck:
Flüchtlingshilfe Griechenland. Eine Online-Spende ist möglich unter:
www.ekir.de/url/efb

Hinweis an die Redaktionen: Ein Video mit den Reiseeindrücken von
Präses Manfred Rekowski finden Sie hier: www.ekir.de/url/dUL

Ein Video, in dem ein Helfer der Griechischen Evangelischen Kirche
von seinem Einsatz im Lager und der aktuellen Situation erzählt,
finden Sie hier: www.ekir.de/url/yFA

Fotos vom Besuch im Lager Idomeni stehen Ihnen hier zur
honorarfreien Nutzung als Download zur Verfügung (Fotohinweis (c)
Marcel Kuß/ekir.de): www.ekir.de/url/hM9

O-Töne von Präses Rekowski, Kirchenpräsident Dr. Jung und
Moderator Martin Engels stellen wir Ihnen gerne als Audiodateien zur
Verfügung. Bestellung bitte an: pressestelle@ekir.de

Pressekontakt:
Jens Peter Iven | 0211/4562-373 | pressestelle@ekir.de

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