Prof. John Neumeierübernimmt Schirmherrschaft für Verleihung der 34. HanseMerkur Preise für Kinderschutz / Preisträger aus Bienenbüttel, Hamburg, Lilienthal und München

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Heute werden die HanseMerkur Preise für
Kinderschutz zum 34. Mal vergeben. Als diesjähriger Schirmherr nimmt
Prof. John Neumeier, Ballettdirektor und Chefchoreograph des HAMBURG
BALLETT, an der Festveranstaltung um 17.00 Uhr im Atrium der
HanseMerkur Versicherungsgruppe teil. Die Laudationes auf die
Preisträger hält Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen
Kinderschutzbundes (DKSB). Die Schauspielerin Andrea Sawatzki wird
als Botschafterin des diesjährigen Hauptpreisträgers aus München zu
den 500 geladenen Gästen bei der Verleihung des ältesten deutschen
Sozialpreises für herausragende Kinder- und Jugendschutzarbeit
sprechen. Der HanseMerkur Preis für Kinderschutz wird seit 1980
ausgeschrieben und ist mit 50.000 Euro dotiert. Bisher wurde ein
Preisgeld von über einer Million Euro ausgeschüttet. Die
Auszeichnungen für das Jahr 2014 gehen an vier Initiativen aus
Hamburg und München sowie aus Niedersachsen (Bienenbüttel &
Lilienthal). Das kulturelle Rahmenprogramm der Festveranstaltung
gestaltet das BUNDESJUGENDBALLETT gemeinsam mit den Integrativen
barrierefreien Gruppen des TV Schiefbahn 1899 e.V. aus Willich. Die
Journalistin und Moderatorin Marlene Lufen, Schirmherrin des
Inklusionssportvereins aus Nordrhein-Westfalen, Hauptpreisträger des
HanseMerkur Preises für Kinderschutz des Jahres 2012, nimmt ebenfalls
an der Preisverleihung teil.

DER HAUPTPREISTRÄGER 2014

Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an folgendes Projekt:
Laut Kriminalstatistik wurden in Deutschland im Jahre 2014 153 Kinder
zu Tode misshandelt. Doch was geschieht mit jenen, die schweren,
langanhaltenden sexuellen Missbrauch, körperliche und seelische
Gewalt „überlebt“ haben? Was passiert, wenn jene Kinder nach der
Herauslösung aus ihren Familien in Jugendheimen, Wohngruppen,
Psychiatrien und Pflegefamilien keinen Fuß fassen können, weil sie
selbst – durch Gewalt traumatisiert – gewalttätig werden, durch
Selbstzerstörung oder Essstörungen auffallen? Die gemeinnützige und
mildtätige Stiftung „Ein Platz für Kinder“ in München wurde 2005
gegründet, um in Deutschland Schutzhäuser zu bauen, die diesen
Kindern in besonderen Ausnahmesituationen ein Heim geben.
Schutzhäuser wie das KiD Hannover und die Hamburger Mattisburg, die
jeweils zehn Vier- bis 12-Jährige für einen Zeitraum von
durchschnittlich sechs Monaten aufnehmen, bis (Sozial-) Pädagogen und
Trauma-Therapeuten sich sicher sind, dass sie in normale
Einrichtungen der Jugendfürsorge überführt werden können. Ein Platz
für Kinder stattet die Schutzhäuser liebevoll aus, stellt die
fortlaufende Renovierung sicher und übergibt diese dann an einen
professionellen Träger. In den diagnostischen Einrichtungen erfahren
die Kinder, dass die Betreuer sie verstehen wollen. Sie müssen keine
Anpassungsleistungen vollbringen, Impulsdurchbrüche werden nicht
sanktioniert. Schließlich finden sie Worte für ihre Verletzungen und
müssen nicht länger in der Symptomsprache Zuflucht suchen.

ANERKENNUNGSPREISTRÄGER 2014

Die drei mit jeweils 10.000 Euro dotierten Anerkennungspreise
gehen an folgende Projekte:

1. Sie leben mit einer transplantierten Niere oder Leber, mit
Spenderherz oder -Lunge. 6.000 bis 7.000 Kinder in Deutschland sind
organtransplantiert, etwa 350 kommen jährlich dazu. Kinder, die zwei
Stundenpläne führen, einen schulischen und einen medizinischen, für
die – häufig seit Geburt – Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und
dauernde Medikamenteneinnahme zum Alltag zählen. Transplant-Kids e.V.
aus dem niedersächsischen Bienenbüttel macht für Kinder mit
Spenderorganen zwischen acht und 14 Jahren ein bundesweit einmaliges
Angebot. Die Vereinsmitglieder, selbst organtransplantierte
Erwachsene, zeigen ihnen einen Weg zwischen altersgerechtem Leben und
verantwortungsvollem Umfang mit dem transplantierten Organ. So etwa
seit 2009 auf siebentägigen überregionalen Transplant-Kids Camps,
erlebnispädagogischen Freizeiten, wo die Themen Compliance,
Ernährung, Stressbewältigung und Motorik im Fokus stehen. Immer mit
dem Ziel, die Lebenskompetenz und die Eigenverantwortung der Kinder
zu stärken und das Familiensystem zu entlasten.

2. Vor 20 Jahren startete der Verein Freunde der Schlumper e.V. im
multikulturellen Hamburger Stadtteil Altona-Altstadt das Projekt
Louise Schroeder Schule und Die Schlumper. Eine Ateliergemeinschaft
von Künstlern mit unterschiedlichen Handicaps trifft sich seither an
vier Tagen in der Woche mit sechs bis zehn Kindern der integrativen
Ganztagsgrundschule während des Regelunterrichts zum Malen und
kreativen Gestalten: ob an Staffeleien mit großen oder kleinen
Formaten oder mit Gips, Ton, Holz, Zeitungspapier und Kleister. Alle
470 Kinder der Hamburger Pilotschule Kultur, viele aus sozial
prekären Verhältnissen, treffen im Rahmen ihrer Grundschulzeit so
mehrfach mit den „Schlumpern“ zusammen und entwickeln über die
Begegnung mit den Künstlern zudem grundlegende soziale und
kommunikative Kompetenzen. Die Entwicklung kreativer Potentiale und
der Respekt vor Menschen mit Behinderungen haben auch positive
Auswirkungen auf das Lernverhalten der Schüler. Und so ist das
Projekt ein „unvermuteter Glücksfall“ für alle Beteiligten. Denn das
ist auch nach dem Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm die
Bedeutung des Wortes „Schlump“.

3. Die im Jahre 2002 gegründete Bürgerstiftung Lilienthal vor den
Toren Bremens hat es sich zum Ziel gesetzt, mit einem Strauß an
Bildungsangeboten besonders Kinder mit Migrationshintergrund zu
fördern, um die Grundlagen für eine berufliche und soziale
Integration in Deutschland zu legen. 2009 kam im Rahmen der
außerschulischen Lernbetreuung über Deutsch- und
Mathematik-Fördereinheiten das Projekt „Gleiche Chancen auch für
Roma-Kinder“ hinzu. Für Schüler, die zwar über eine hohe soziale und
künstlerisch-musische Kompetenz verfügen, die aber aus einem
bildungsfernen Milieu kommen und deren Muttersprache Romanes keine
Schriftform kennt. So enden die meisten Roma-Kinder in Förderschulen
für Lernbehinderte. Nicht so jedoch in Lilienthal, wo es 43
Ehrenamtliche in Kooperation mit sechs Grundschulen am Ort über den
Nachhilfeunterricht in einer Eins-zu-eins-Betreuung geschafft haben,
dass die geförderten Roma-Kinder Integrations-, Haupt- und
Realschulen besuchen.

Zur Geschichte des HanseMerkur Preises für Kinderschutz: Im
UNO-Jahr des Kindes 1979 gab die HanseMerkur eine Studie bei Prof.
Dr. Hedwig Wallis, Direktorin der Psychosomatischen Abteilung an der
Hamburger Universitäts-Kinderklinik in Auftrag, welche nachwies, dass
die begleitende Mutter zur Beschleunigung des Genesungsverlaufs und
zur Vorbeugung gegen seelische Schäden bei stationären Aufenthalten
von Kindern entscheidend ist. Diese Erkenntnis mündete ein Jahr
später in den „Mutter-und-Kind-Tarif“, mit dem die HanseMerkur als
erster privater Krankenversicherer das „Rooming-in“ absicherte.
Parallel dazu wurde 1980 erstmals unter dem Motto „Sorge für Kinder
ist Vorsorge für die Zukunft“ der HanseMerkur Preis für Kinderschutz
ausgeschrieben.

Ausgezeichnet werden einzelne Personen, private Initiativen und
Gruppen in Deutschland, die sich weitgehend ehrenamtlich und höchst
engagiert sowie beispielhaft für die Belange von Kindern und
Jugendlichen einsetzen. Dies kann im Bereich der psychosozialen, der
medizinischen oder gesellschaftlichen Hilfe bzw. Vorbeugung
geschehen. Eine zehnköpfige Jury aus renommierten Kinder-schützern,
der unter anderem Eva Luise Köhler (Allianz Chronischer Seltener
Erkrankungen), Dr. Jürgen Heraeus (Deutsches Komitee für UNICEF),
Heinz Hilgers (Deutscher Kinderschutzbund) und Prof. Dr. Sabine
Walper (Deutsche Liga für das Kind) angehören, sorgt für den
Know-how-Transfer und die Qualitätskontrolle bei der alljährlichen
Auswahl exzellenter Initiativen im Kinder- und Jugendschutz. Seit
1980 haben sich über 3.000 Projekte beworben. Ausgezeichnet wurden
bislang 141 Projekte, was der Ausschüttung eines Preisgeldes von mehr
als einer Million Euro entspricht.

Ausschreibung 2015

Parallel zur Preisverleihung läuft bereits die Ausschreibung für
Bewerbungen um den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2015. Als
Einsendungsschluss hat die Jury den 31. August 2015 festgelegt.

Weiterführende Informationen: Anlässlich der 34. Verleihung der
HanseMerkur Preise für Kinderschutz stehen unter
www.hansemerkur.de/unternehmen/presse weitere Informationen zum
Download bereit:

– Ausführliche Pressetexte zu den vier Preisträgern 2014
– Fotomaterial zu den Preisträgern 2014
– Gruppenfoto mit allen Preisträgern des Jahres 2014 (am 8. Mai
2015 ab 13.00 Uhr)
– Gruppenfoto mit Preisträgern, Jurymitgliedern, Schirmherr Prof.
John Neumeier, Andrea Sawatzki und Marlene Lufen (am 8. Mai 2015
ab 17.30 Uhr)
– Grußwort von Prof. John Neumeier, Schirmherr der Preisverleihung
– Danksagung im Namen der Preisträger: Schauspielerin Andrea
Sawatzki
– Chronik „34 Jahre HanseMerkur Preis für Kinderschutz“
– Logo „HanseMerkur Preis für Kinderschutz“

Pressekontakt:
HanseMerkur Versicherungsgruppe
Heinz-Gerhard Wilkens
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Siegfried-Wedells-Platz 1
20354 Hamburg
Tel.: 040/4119-1277
Fax: 040/4119-3636
E-Mail: presse@hansemerkur.de
www.hansemerkur.de

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