Profis der Freien Wohlfahrt sehen durch Generalistik keine Stärkung der Altenpflege / Vizekanzler Gabriel sorgt für Verwirrung

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79 Prozent der befragten Heimleiter in der Freien
Wohlfahrtspflege sind der Meinung, dass die Zusammenlegung der drei
Pflegeberufe in eine gemeinsame Ausbildung die Rolle der Altenpflege
nicht stärken wird. Bei privaten und kommunalen Anbietern sind sogar
88 bzw. 84 Prozent dieser Meinung. Das belegen die Zahlen des
Altenpflegebarometers. „Die Zahlen machen deutlich, dass sogar die
Profis der Altenpflege im Bereich der Freien Wohlfahrtspflege mit
großer Mehrheit die Generalistik nicht für sinnvoll halten. In der
Verbändeanhörung zur Pflegeberufereform haben sich die Vertreter der
Freien Wohlfahrtspflege für die Generalistik ausgesprochen. Dabei
haben sie wohl mehr auf die Krankenpflege und weniger auf die
Altenpflege in ihren Reihen gehört. Die Freie Wohlfahrtspflege macht
vor, was der Altenpflege mit der Pflegeberufereform droht: Sie wird
untergebuttert“, so bpa-Präsident Bernd Meurer.

„Die Altenpflege wird die Sommermonate intensiv nutzen, um weiter
für den Erhalt des eigenständigen Abschlusses zu kämpfen. In den
vergangenen Monaten konnten wir bereits vielen Bundestagsabgeordneten
unsere Argumente nahe bringen. Das haben auch die sehr kritischen
Fragen bei der Verbändeanhörung im Deutschen Bundestag deutlich
gemacht. Wir werben dafür, dass es noch deutliche Änderungen an
dieser Pflegeberufereform geben wird. Denn wir werden sehr deutlich
machen, wer in der Politik dafür verantwortlich ist, wenn es
zukünftig weniger Fachkräfte im Pflegebereich gibt. Aus dieser
Verantwortung können und wollen wir niemanden entlassen“, sagte Bernd
Meurer.

Dass in der Großen Koalition mittlerweile große Verwirrung
herrsche, habe gerade in dieser Woche Vizekanzler Sigmar Gabriel
deutlich gemacht. Bei der Pressekonferenz zum 7. Zukunftsgespräch der
Bundeskanzlerin mit Sozialpartnern sagte Sigmar Gabriel: „Wir
reformieren in der Alten- und Krankenpflege gerade eine Ausbildung,
was dazu führt, dass wir zum Teil endlich auch schulische Berufe in
das Berufsbildungsgesetz hineinnehmen, … .“ Dazu Bernd Meurer: „Ja,
was gilt denn nun? Die beiden federführenden Bundesministerien wehren
sich mit Klauen und Zähnen gegen den Vorschlag von BDA und DGB, die
Altenpflegeausbildung in das Berufsbildungsgesetz zu integrieren. Der
Vizekanzler sagt, das komme so. Das macht deutlich, es gibt selbst in
der Bundesregierung keine Klarheit über die Pläne zur Generalistik.“

Das Altenpflegebarometer wurde vom Vincentz Verlag, der
Evangelischen Heimstiftung und der cogitaris GmbH in dieser Woche
veröffentlicht.

Die Mitschrift der Pressekonferenz zum 7. Zukunftsgespräch der
Bundeskanzlerin mit Sozialpartnern finden Sie hier: https://www.bunde
sregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2016/06/2016-06
-23-zukunftsgespraech.html;jsessionid=836F67BC697DAEE054EF60F73090B4C
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Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte
Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in
Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären
Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in
privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa
tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa
21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Olaf Bentlage, Tel.: 030/30 87 88 60

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