Redaktionsnetzwerk Deutschland: Familienwissenschaftler Rauschenbach: Auch bei Betreuungsgeld-Wegfall darf der Staat die 20 Prozent Traditionsfamilien nicht vergessen

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Der Direktor des Deutschen Jugendinstituts,
Professor Thomas Rauschenbach, hat an die Politik appelliert, auch
bei einem Wegfall des Betreuungsgeldes diejenigen nicht zu vergessen,
die ihre Kinder in den ersten Jahren in der eigenen Familie erziehen
möchten. Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, dem mehr als
30 Tageszeitungen angehören, sagte Rauschenbach: „Für ungefähr 20
Prozent der Familien gilt das Ziel, Kinder bis zu ihrem vollendeten
dritten Lebensjahr ausschließlich zuhause zu erziehen.“ Dieses eher
traditionelle Familienmodell habe sich bei der bisher geltenden
Betreungsgeld-Praxis besonders in Baden-Württemberg und Bayern
gezeigt, eher bei Verheirateten und eher bei West- als Ostdeutschen
gezeigt. Das sei alles erwartbar gewesen. „Es gibt nur an einem Punkt
eine gewisse Auffälligkeit: Familien mit Migrationshintergrund wählen
häufiger als andere Betreuungsgeld. Das ist ein offenbar
unbeabsichtigter Nebeneffekt, dass diejenigen mit Nachholbedarf bei
der deutschen Sprache ihre Kinder überproportional seltener in die
Kita schicken.“ Aus den Untersuchungen seines Instituts wisse man,
„dass es eine Mehrzahl von Eltern gibt, die sich Betreuungszeiten für
ihre Kinder von deutlich mehr als 45 Stunden pro Woche wünschen“.
Deshalb brauche Deutschland „dringend eine Debatte, wann die Grenze
der Außerhaus-Betreuung erreicht ist“. Das sei kein Argument gegen
die 24-Stunden-Kita. „Aber ich glaube nicht, dass wir dann das
Optimum erreicht haben, wenn Kinder 12 Stunden oder mehr pro Tag in
der Kita sind, ohne dass wir zugleich eine Qualitätsdebatte führen.“
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Redaktionsnetzwerk Deutschland
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