Redaktionsnetzwerk Deutschland: Moskau will litauische Journalisten kaufen / Diplomaten bieten Geld gegen russisch-freundliche Berichterstattung

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Die Spannungen zwischen Russland und Litauen
nehmen weiter zu. Litauens Außenminister Linas Linkevicius sagte dem
Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen
angehören, russische Diplomaten hätten mindestens zweimal versucht,
Chefredakteure einflussreicher litauischer Tageszeitungen zu
bestechen. Dabei sei es darum gegangen, die jeweilige
Berichterstattung insbesondere über die Ukraine-Krise prorussisch zu
beeinflussen. Linkevicius sprach gegenüber dem Redaktionsnetzwerk
Deutschland von „anmaßendem Druck“ des Kremls auf die Arbeit von
unabhängigen Journalisten.

Gintaras Radauskas, Chefredakteur der größten litauischen
Tageszeitung „Lietuvos Rytas“, bestätigte dem Redaktionsnetzwerk
Deutschland, zwei russische Diplomaten hätten ihn in seiner Redaktion
in der litauischen Hauptstadt Vilnius aufgesucht. Nach Vorlage ihrer
Ausweise hätten sie ihm einen mittleren vierstelligen Betrag in Euro
geboten. Das Bargeld hätten sie in einem Koffer mitgebracht und ihm
gezeigt. Voraussetzung: Radauskas hätte sich verpflichten müssen,
künftig prorussische Kommentare und Artikel zu veröffentlichen. „Ich
habe dankend abgelehnt und den beiden Herren die Tür gewiesen“,
erklärte der litauische Journalist.

Ein ähnlicher Fall trug sich in der vergangenen Woche rund 30
Kilometer vor der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad in
Taurage zu. Auch dort unternahmen laut Linkevicius zwei russische
Diplomaten den Versuch, die Chefredakteurin der regionalen
Tageszeitung „Taurages Kurjeris“, Kamille Ramanauskiene, durch
Zahlung mehrerer Tausend Euro zu kremlfreundlichen Berichten zu
motivieren. Ramanauskiene meldete den Vorfall umgehend dem
Außenministerium in Vilnius. Litauen ist seit 2004 Mitglied von Nato
und EU. Linkevicius erklärte, die „subtile Einflussnahme“ Russlands
weite sich aus. Der Minister zählte dazu nicht nur
Korruptionsversuche gegen litauische Journalisten, sondern auch
einseitige Propaganda in russischen Medien sowie Hacker-Angriffe auf
sensible litauische Einrichtungen wie Energieversorgungsunternehmen.
Den staatlichen russischen Nachrichtensender „Russia Today“ (RT)
nannte Linkevicius in Anspielung auf eine die Sowjetunion
verherrlichende Berichterstattung „Russia Yesterday“. Der deutsche
RT-Ableger „RT Deutsch“ versteht sich selbst als „alternative
Informationsquelle abseits des Mainstreams“ sowie als
„Gegenöffentlichkeit“ und will der angeblichen Einseitigkeit
westlicher Medien entgegentreten.

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Pressekontakt:
Redaktionsnetzwerk Deutschland
Dirk Schmaler
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