Redaktionsnetzwerk Deutschland: Zentralrat der Muslime: Flüchtlinge werden Deutschland bunt und vielfältig verändern / Integrations-, Religions- und Sprachlotsen sowie Feiertags-Regelung schaffen

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Berlin. Eine veränderte Republik erhoffen sich
die Muslime in Deutschland von der derzeitigen Flüchtlingsbewegung.
Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in
Deutschland, sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland
(Wochenendausgaben), zu dem mehr als 30 deutsche Tageszeitungen
gehören: „Wir brauchen keine Angst vor einer Republik haben, die
etwas bunter wird. Die Offenheit und Vielfalt wird sich gewiss am
Ende nicht nur wirtschaftlich auszahlen.“ Zugleich beruhigte Mazyek
aber ängstliche Gemüter in Deutschland, dass mit den Hunderttausenden
vorzugsweise arabischstämmigen Muslimen auch der Vollschleier und
muslimische Religionskonflikte in die Bundesrepublik kämen. Niemand
brauche Angst davor zu haben, dass demnächst die Burka zu
Deutschlands Straßenbild gehörten. „Trotz der enorm aufgeladenen
Konflikte im Nahen Osten gibt es bisher diese Konfliktsituationen bei
uns nicht einmal ansatzweise.“ Das sei nicht zuletzt auch ein
Verdienst der Religionsgemeinschaften. „Die Leute, die zu uns kommen,
haben die Folgen dieser schrecklichen Religionskonflikte durch
Extremisten selbst erlebt. Aber ich glaube, das kriegen wir gemeinsam
in Griff“, zeigte sich Mazyek überzeugt. „Die muslimische
Gemeinschaft macht sich übrigens ganz ähnliche Sorgen wie die
Mehrheitsgesellschaft.“ Wichtig sei, dass die Flüchtlinge, die nach
Deutschland kämen, von Anfang an das Gefühl hätten, „dass wir sie
nicht hängen lassen, dass ihre Talente nicht verschüttgehen“. Mazyek
regte einen Integrations-, Religions- und Verhaltensknigge als
Sofortmaßnahme an, um Bundesbürgern und Flüchtlingen die ersten
Schritte auf dem Weg zur Integration zu erleichtern. „Das ist die
Gelegenheit, um neue Wege zu denken.“ Der Zentralrat denke daran,
„mobile Integrationshelfer auszubilden“. Aber das müsse koordiniert
werden. „Da sind wir ganz deutsch, wenn Sie so wollen: Spracherwerb
und Integration gehören zusammen. Wir müssen den Flüchtlingen, die
bei uns bleiben, rasch erzählen, wie Deutschland tickt, was man z.B.
unter Freizügigkeit versteht, wie wichtig Menschenrechte sind.“
Mazyrek schlug in diesem Zusammenhang auch neue praktische Maßnahmen
vor wie Massensprachunterricht, Computer-Einmaleins und die Klärung
der Frage, was die deutschen Gesetze zur Religion sagten. Der
Zentralratsvorsitzende der Muslime in Deutschland erinnerte auch an
die Forderung zur Einführung einer muslimischen Feiertagsregelung in
der Bundesrepublik. „Muslime sollten an ihren Feiertagen zumindest
für den ersten Tag frei machen können.“ Das gelte unabhängig von der
Flüchtlingsthematik. „Aber in Zukunft werden wohl mehr davon
profitieren. Diese Feiertagsregelung könnte man kompensieren, indem
beispielsweise Muslime an den christlichen Feiertagen Dienst machen.“

Pressekontakt:
Redaktionsnetzwerk Deutschland
Dirk Schmaler
Telefon: 0511 / 54 53 80 31
dirk.schmaler@rnd-news.de

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