Reform der Pflegeausbildung notwendig, aber nicht so! / bpa-Stellungnahme zur Anhörung zum Pflegeberufereformgesetz im Deutschen Bundestag / Integrative Ausbildung für uns vorstellbar

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Zur Verbändeanhörung am kommenden Montag zum
Pflegeberufereformgesetz im Deutschen Bundestag erklärt bpa-Präsident
Bernd Meurer:

„Der bpa hält zur nachhaltigen Sicherung der Fachkräftebasis eine
Reform der Pflegeausbildung für richtig. Um die Pflegeberufe
zukunftsgerecht weiterzuentwickeln und attraktiver zu gestalten, ist
der vorliegende Gesetzentwurf allerdings nicht geeignet. Die geplante
Zusammenlegung der bisherigen drei Pflegeberufe zu einer sogenannten
generalistischen Pflegeausbildung wird die Attraktivität der Pflege
nicht steigern, sondern

– zu einer Abschaffung der Altenpflege und einer Konzentration auf
die Krankenpflege,

– weniger Praxis beim Träger der praktischen Ausbildung,

– höheren Abbrecherquoten bei der Ausbildung insbesondere durch
Hauptschüler,

– einer Verflachung des Wissens,

– einer sinkenden Zahl von Ausbildungsplätzen,

– einem Anstieg des Fachkräftemangels,

– höheren Kosten

– sowie zu mehr Bürokratie führen.

Mit großem politischem Druck wird versucht, eine Vereinigung
unterschiedlicher Ausbildungsberufe in der Alten-, Kinderkranken- und
Krankenpflege zu erzwingen. Die derzeitigen Rekordausbildungszahlen
in der Altenpflege werden hierbei aufs Spiel gesetzt und die bewährte
Sicherstellung der pflegerischen Versorgung ist gefährdet.

Auch die Finanzierung der geplanten Pflegeberufsausbildung ist
fraglich. Denn vergleicht man die heute bestehenden Kosten für die
Ausbildung mit denen, die für die Generalistik angegeben werden,
besteht eine Deckungslücke von rund 160 Millionen Euro. Um diesen
Fehlbetrag auszugleichen, müssen entweder 25.000 Ausbildungsplätze
pro Jahr wegfallen oder die Kosten werden für alle anderen
Kostenträger der Ausbildung – d.h. die Länder, Pflegekassen,
Krankenkassen, Krankenhäuser, Pflegeheime und Pflegedienste – höher
ausfallen. Nach Einschätzung des bpa werden die geplanten
Neuregelungen für jeden Träger zu einem Mehraufwand führen, der
ungefähr dem Stellenumfang einer halben Pflegefachkraft (etwa 24.000
Euro p.a.) entspricht.

Auch die pflegebedürftigen Menschen werden künftig mit
zusätzlichen Kosten für das Umlagesystem – zulasten ihrer ohnehin
gedeckelten Teilleistungen aus der Pflegeversicherung – belastet. Des
Weiteren werden ihnen die Schulkosten für die „Berufsschulen“
aufgebürdet. Ein für den bpa gangbarer Weg, den mittlerweile auch die
grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg favorisiert, wäre, die
Pflegeberufe zu reformieren, einheitliche Ausbildungsinhalte
gemeinsam zu vermitteln sowie eine Schwerpunktbildung mit einem
gesonderten Abschluss. Das wäre richtungsweisend – auch für Europa.“

Die ausführliche Stellungnahme des bpa finden Sie hier: http://www
.bpa.de/Fachinformationen-Positionen.19.0.html?&no_cache=1&tx_bpadocu
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Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte
Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in
Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären
Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in
privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa
tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa
21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Olaf Bentlage, Tel.: 030/30 87 88 60

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