Reporter ohne Grenzen erleichtertüber Freilassung von Türkei-Korrespondent

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Reporter ohne Grenzen ist erleichtert über die
Freilassung des Korrespondenten der Organisation in Istanbul, Erol
Önderoglu. Er war am 20. Juni zusammen mit anderen
Menschenrechtsverteidigern verhaftet worden, weil sie sich an einer
Solidaritätsaktion für die pro-kurdische Zeitung Özgür Gündem
beteiligt hatten. Heute ordnete ein Istanbuler Gericht die
Freilassung Önderoglus an, hielt die Anschuldigungen wegen
Terrorpropaganda aber aufrecht.

„Erol Önderoglu hätte keinen einzigen Tag hinter Gittern
verbringen dürfen“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr in
Berlin. „Wir fordern die türkischen Behörden auf, sämtliche
Anschuldigungen gegen ihn unverzüglich fallen zu lassen und den
Journalisten Ahmet Nesin ebenfalls aus der Haft zu entlassen. Wir
werden uns weiter für die unzähligen Kollegen Önderoglus einsetzen,
die nach kritischen Berichten über Präsident Erdogan und die Politik
der Regierungspartei AKP mit Verleumdungsklagen überzogen oder der
Terrorpropaganda und Spionage bezichtigt wurden.“

Önderoglu war vor zehn Tagen zusammen mit der Vorsitzenden der
türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincanci, und dem
Cumhuriyet-Kolumnisten Ahmet Nesin verhaftet worden, weil sie
symbolisch für einen Tag die Chefredaktion der verfolgten
pro-kurdischen Zeitung Özgür Gündem übernommen hatten.
(http://t1p.de/q6h3) Auch gegen etliche andere Journalisten, die die
Aktion der Zeitung unterstützt hatten, wird ermittelt. Die
Staatsanwaltschaft stützt sich dabei auf die umstrittenen
Antiterrorgesetze, welche die türkische Regierung in großem Stil
nutzt, um Kritiker und Oppositionelle mundtot zu machen.

Vor zwei Tagen wurde Önderoglu in das Hochsicherheitsgefängnis
Silivri außerhalb von Istanbul verlegt. Reporter ohne Grenzen hatte
sich mit Demonstrationen in Istanbul, Berlin, Paris und anderen
Städten für seine Freilassung eingesetzt. UN-Generalsekretär Ban
Ki-Moon forderte die türkische Regierung auf, den ROG-Korrespondenten
unverzüglich freizulassen. Auch die Menschenrechtsbeauftragte der
Bundesregierung, Bärbel Kofler, forderte die Türkei zur Achtung der
Presse- und Meinungsfreiheit auf. (http://t1p.de/vwsy)

Erol Önderoglu ist seit 20 Jahren Korrespondent und Repräsentant
von Reporter ohne Grenzen in Istanbul. Er verfasst Berichte über den
Stand der Meinungsfreiheit in der Türkei für die unabhängige
türkische Nachrichtenseite Bianet, arbeitet regelmäßig mit der OSZE
zusammen und ist Mitglied im Vorstand von IFEX (International Freedom
of Expression Exchange), einem weltweiten Netzwerk von NGOs, die sich
für die Meinungsfreiheit einsetzen.

Auf der jährlichen Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne
Grenzen hat sich die Türkei zuletzt auf Platz 151 von 180 Staaten
verschlechtert.

Schreiben Sie eine Protestmail an den türkischen Botschafter in
Deutschland und fordern Sie mit uns, dass Ahmet Nesin freigelassen
wird und die Behörden die Anschuldigungen gegen Erol Önderoglu und
Sebnem Korur Fincanci fallenlassen:
https://www.reporter-ohne-grenzen.de/mitmachen/erol-oenderoglu/

Weitere Informationen über die Situation von Journalisten in der
Türkei finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de/türkei

Pressekontakt:
Reporter ohne Grenzen
Ulrike Gruska / Christoph Dreyer
presse@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de
T: +49 (0)30 609 895 33-55
F: +49 (0)30 202 15 10-29

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