Rheinische Post: 1.Stunde: Ausschlafen Kommentar Von Florian Rinke

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Bislang gilt in der Schule die Volksweisheit:
Der frühe Vogel fängt den Wurm. Also schleppen sich Tag für Tag
unausgeschlafene Jugendliche frühmorgens in die Schule, obwohl die
Sache wissenschaftlich eigentlich klar ist. Forscher mahnen seit
Jahren, dass ein späterer Schulbeginn eher dem Biorhythmus der
Schüler entspräche, Leistungen bei ausgeschlafenen Schülern oft
besser seien. Ein späterer Beginn wäre zum Wohle der Kinder. Dass
dieser trotzdem noch nicht überall Standard ist, liegt daran, dass es
um die Kinder bei der Diskussion gar nicht geht. NRW-Schulministerin
Sylvia Löhrmann hat mal argumentiert, dass Schule Teil der
Gesellschaft sei. Daher müssten bei der Frage nach dem
Unterrichtsbeginn auch die Arbeitszeiten der Eltern und die örtliche
Verkehrsinfrastruktur beachtet werden. Den Schulstart definieren die
Wünsche der Wirtschaft. Das ist absurd. Bewährt sich das Alsdorfer
Modell, sollte es daher von anderen kopiert werden. Es kann nicht
sein, dass man Millionen Schülern das Lernen erschwert, nur weil
andernfalls ein paar Busfahrpläne geändert werden müssten.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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