Rheinische Post: Afghanistan kippt Kommentar Von Matthias Beermann

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Zwölf Jahre lang waren Bundeswehrsoldaten im
nordafghanischen Kundus stationiert. Als sie Ende 2013 abzogen,
versprach der damalige Außenminister Guido Westerwelle, man werde den
Menschen dort nicht den Rücken kehren. Angesichts der aktuellen Lage
sollte man Westerwelle fragen, wie er das denn gemeint hat.
Inzwischen haben die Taliban Kundus offenbar erobert, und ob es den
Regierungstruppen gelingt, die Extremisten wieder zu vertreiben,
scheint höchst ungewiss. Nichts sei gut in Afghanistan, hatte einst
Margot Käßmann behauptet. Damit lag sie falsch. Es hat in einigen
Bereichen erhebliche Verbesserungen gegeben, etwa im Bildungs- und
Gesundheitswesen. Aber nun stehen diese Erfolge des opferreichen
internationalen Einsatzes, militärisch wie zivil, auf der Kippe. Das
Land droht zurückzufallen an die Drogenbarone und die Taliban. Oder
schlimmer noch: an den „Islamischen Staat“, der längst Fuß gefasst
hat am Hindukusch. Kriegsmüde Amerikaner und Europäer werden sich nur
schwerlich aufraffen, dies zu verhindern. Versprechen hin oder her.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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