Rheinische Post: Auf nach Berlin Kommentar Von Eva Quadbeck

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Was vor 25 Jahren die Nation spaltete, ist
heute eine Selbstverständlichkeit: Berlin ist Hauptstadt,
Regierungssitz, Symbol der Deutschen Einheit. Als Gegenleistung für
den Umzug von Bundestag und Regierung hat man der Stadt Bonn aus
guten Gründen gezielte strukturelle Hilfen zukommen lassen. Ohne die
Bonner Republik, in der Brandt und Bahr ihre Ostpolitik erfanden und
in der Kohl auf die Wiedervereinigung setzte, wäre die Berliner
Republik nie denkbar gewesen. Daher steht es Bonn zu, auch heute noch
mehr zu sein als der Standort fürs „Haus der Geschichte“, das Kohls
Strickjacke und Genschers Pullunder beherbergt. Nach einem
Vierteljahrhundert aber ist es Zeit, das alte Bonn nicht mehr
künstlich am Leben zu halten. Die Ministerien gehören nach Berlin,
und zwar vollständig. Bonn hat längst Ersatz: Die Stadt hat sich zum
Standort der Vereinten Nationen und internationaler Unternehmen
entwickelt. Bonn ist Boom-Region und Anziehungspunkt für
internationales Publikum. Noch smarter kann Strukturwandel gar nicht
gelingen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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