Rheinische Post: Bremen hilft nur eine Allparteien-Regierung Kommentar Von Reinhold Michels

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Wenn in einem Bundesland wichtige politische
Kennziffern so schlecht sind wie seit langem in Bremen, können die
Regierenden davon am Wahltag nicht auch noch profitieren. Sie dürfen
es auch nicht, sonst müsste man an der demokratischen
Reaktionsfähigkeit der Weser-Hanseaten zweifeln. „Rot-Grün“ hat die
Quittung der zu lange geduldigen Wähler verdient. Vielen der
leistungsbereiten Bremer ist es offenbar doch peinlich, dass ihr
Zwei-Städte-Staat Jahr um Jahr ausgehalten wird und nicht auf die
Beine kommen will. Dass die Quittung nicht früher erteilt wurde, lag
auch an der schwachen bremischen CDU; sie war stets selig, und sie
wäre es wieder, als SPD-Juniorpartnerin gebraucht zu werden. SPD und
CDU in Bremen erinnern an Churchills berühmten Spott über Nachfolger
Attlee: Dieser sei sehr bescheiden, und er habe allen Grund dazu.
Während die Grünen erwartbar und zu Recht gestutzt wurden, darf die
FDP nach der Hamburg-Wahl im Februar auch in Bremen wieder
Parlamentsluft atmen. Was Bremen vielleicht noch aus dem Schlamassel
hülfe, wäre eine Allparteien-Regierung der Demokraten. Anders ist
diesem Bundesland wohl nicht mehr zu helfen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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