Rheinische Post: Das brutale Spiel des IS / Kommentar von Martin Kessler

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Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit.
Das hat sich beim Kampf gegen die Terrormilizen des „Islamischen
Staates“ (IS) wieder bestätigt. Wochenlang war von Erfolgen gegen den
IS die Rede. Angeblich stand die Mördertruppe kurz vor der Auflösung.
Jetzt erobern die gut organisierten Killer zwei strategisch wichtige
Orte im Irak und in Syrien, darunter die Oasenstadt Palmyra, die zum
antiken Weltkulturerbe zählt. Der IS, der in seiner militärischen
Führung aus gut geschulten Kadern der alten Baath-Partei des Saddam
Hussein besteht, nutzt geschickt die verworrene Machtlage im Nahen
und Mittleren Orient. Er schockt den Westen mit blutrünstig
inszenierten Morden und der Vernichtung unersetzlichen Kulturguts.
Zugleich stilisiert er sich zum wahren Vertreter des kämpferischen
Islam. Um der Barbarei des IS Einhalt zu gebieten, muss der Westen
den Nahen Osten als zentralen Krisenherd erkennen und entsprechend
handeln. Mit den Erfolgen des IS hat der islamistische Terror wieder
eine Zentrale. Und die ist gefährlich für die Welt.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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