Rheinische Post: Das drohende Massaker

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Kommentar von Gregor Mayntz

Zweitausend Kilometer liegen zwischen Srebrenica und Kobane. Und
19 Jahre. Nach dem schrecklichen Massaker an Tausenden bosnischer
Männer im Jahr 1995 war der Schwur sicherlich ernst gemeint: „Nie
wieder“ sollte unter den Augen potenzieller Beschützer derartiges
möglich sein. Doch an der syrisch-türkischen Grenze läuft es genau
darauf hinaus. Türkische Soldaten beobachten, wie die Terror-Milizen
vom Islamischen Staat (IS) vorrücken. Den verzweifelt Kobane
verteidigenden Kurden droht das grausame Schicksal vieler Opfer
zuvor: enthauptet, geschändet, versklavt zu werden. Verständlich ist
daher, dass selbst Grüne, die Wurzeln auch im Pazifismus haben, nun
nach dem Militär rufen, um den IS zu stoppen. Der Westen schafft das
aber nicht, die Bundeswehr schon gar nicht. Das müssen die Staaten
der Region lösen. So lange die sich strategische Vorteile vom
IS-Feldzug versprechen, geht das Töten weiter. Sie müssen – auch
durch mehr diplomatischen Druck – begreifen, dass sie selbst schon
bald einen ungeheuren Preis für das jetzige Zusehen zu zahlen haben
werden.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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