Rheinische Post: Der gute alte Konsens in der Rente ist zerbrochen Kommentar Von Martin Kessler

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In der Vergangenheit haben es die großen
Parteien vermieden, einen Wahlkampf um die Rente zu führen. Dafür
sprachen gute Gründe: Das System ist auf Langfristigkeit angelegt. Es
hat deshalb keinen Sinn, es in jeder Legislaturperiode in die eine
oder andere Richtung ändern zu wollen – ohne Schaden für Beschäftigte
und Rentner. Dieser Konsens ist zerbrochen. Auch dafür gibt es gute
Gründe. Denn die SPD ist nicht mehr bereit, das Rentenniveau, also
das Verhältnis zwischen Rentenempfang und Durchschnittsverdienst,
weiter absinken zu lassen. Man fühlt sich – wie auch in Teilen der
Union – ausdrücklich verpflichtet, die Ansprüche der Rentner zu
verteidigen, auch wenn sie nicht zu finanzieren sind. Daraus ergibt
sich die Frage, ob einseitig zugunsten der Rentner ein System
zementiert wird, das entweder zu neuen Staatsschulden oder überhohen
Beiträgen führt. Oder ob man zugibt, dass die Rente künftig nicht
mehr die Haupteinnahmequelle im Alter sein kann. Wohlgemerkt: Das
trifft vor allem die junge Generation, die sich nicht mehr auf das
System verlassen kann. Und darum muss man Wahlkampf führen. Realität
oder Illusion? Dafür gibt es nur ein Entweder-oder.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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