Rheinische Post: Der Schmerz der Hinterbliebenen Kommentar Von Horst Thoren

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Mögen Lufthansa und Germanwings noch so
großzügig sein: Den Schmerz, den die Angehörigen der Absturzopfer
erlitten haben, können Schecks kaum lindern. Sie helfen bei
materieller Not, sind für die Seele bestenfalls ein bisschen Balsam.
Dennoch: Die Wertschätzung, die Hinterbliebene erfahren, macht sich
für sie nicht zuletzt daran fest, was in Anerkennung der Opfer getan
und gezahlt wird. Damit wird nicht das Menschenleben aufgewogen, wohl
aber – psychologisch wichtig – spürbar Anteil genommen an ihrem
Verlust. Diese seelische Seite der Entschädigungsfrage hat eine
rechtliche Dimension. Eine Lücke im Gesetz verhindert, dass die
Hinterbliebenen Schmerzensgeld bekommen. Die schreckliche Logik: Die
Absturzopfer sind tot und können die erlittenen Schmerzen deshalb
nicht geltend machen. Die Erben gehen leer aus. Hier ist die Politik
gefordert. Und tatsächlich ist das Problem in der großen Koalition
bekannt, sogar im Koalitionsvertrag angesprochen. Der
Germanwings-Absturz hat die Aufmerksamkeit auf diese
Entschädigungsfrage gelenkt. Wenn jetzt zügig gehandelt wird, kann
diese herbe Ungerechtigkeit beseitigt werden. Das wäre für viele
Hinterbliebene – auch anderer Unfallopfer – ein wichtiges Signal:
Unser Schmerz wird anerkannt!

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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