Rheinische Post: Die EU muss endlich verbal abrüsten Kommentar Von Godehard Uhlemann

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Europa hat ein Problem: angeblich Deutschland.
Wer die europäische Politiklandschaft durchstreift, wird bei seinen
Wanderungen durch den Wahnsinn verbaler Ausfälle schockiert.
Fahndungsplakate nach dem deutschen Finanzminister („Tot oder
lebendig“) werden verbreitet. Von Folter, Terroristen, dem
aufziehenden Vierten Reich oder germanischem Machtwahn ist die Rede.
Das Bild vom hässlichen Deutschen hängen sich einige EU-Partnerländer
in die Wohnstuben, und sie fühlen sich dabei offensichtlich wohl. Die
Europäische Union gibt vor, eine Wertegemeinschaft zu sein. Wenn dem
so ist, sollten sich die besonnenen Partner endlich zu Wort melden.
Griechenlands Regierungschef Tsipras spricht gerne und voll Pathos
von Würde und Stolz der Griechen. Doch beides besitzen auch wir
Deutsche. Deutschland gibt viel Geld für ein Land am Abgrund.
Dankbarkeit mag keine Währung der Politik sein, Fairness wäre aber
wohl angebracht. Wenn deutsche Politiker Griechenland mahnen, wird
daraus Diktat, dem man sich heldenhaft widersetzt. Griechenlands
Schuld an der Misere wird weggeschwafelt und der Versuch gemacht,
Merkel, Schäuble und Co. als die Übeltäter zu brandmarken. So schafft
man Deutschenhass.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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