Rheinische Post: Die Politik in NRW muss runter von der Bremse Kommentar Von Martin Bewerunge

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In der Politik gibt es kaum eine Ressource,
deren wahrer Wert von denen, die Verantwortung tragen, derart krass
unterschätzt wird wie Zeit. Regiert wird, als habe man alle Zeit der
Welt. Opponiert wird, als werde die Zeit irgendwie schon zeigen, wer
am Ende recht hat. Nirgendwo in Deutschland wird diese krasse
Fehleinschätzung derart deutlich sichtbar wie in Nordrhein-Westfalen,
dem Schlusslicht beim Wirtschaftswachstum, dem Spitzenreiter bei der
Zunahme der Kinderarmut, dem Land mit einem miserablen Arbeitsmarkt
für Alleinerziehende und einer vernachlässigten Gründerszene. Vertane
Zeit, wohin man blickt. Ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl
zeichnet sich in den Umfragen immer deutlicher ab, dass die Zeit für
Rot-Grün in NRW ablaufen könnte. Denen, die jetzt noch etwas bewegen
wollen, läuft sie definitiv davon. Der Erfolg der AfD wird mit
wachsender Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass sich SPD und CDU im
Mai 2017 in einer großen Koalition wiederfinden – eine Aussicht, die
wenig Jubel hervorruft, zumal bei den betroffenen Parteien, deren
Profil darunter noch mehr leiden würde. Für sie ist es höchste Zeit,
sich Gedanken zu machen, was jetzt noch getan werden kann.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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