Rheinische Post: Digitales Experiment Kommentar Von Martina Stöcker

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Jugendliche legen ihr Smartphone nur ungern aus
der Hand, viele von ihnen sind „digital natives“, also mit Internet
oder Tablet-Computer aufgewachsen. Deshalb klingt es logisch, wenn
das Land NRW und die Schulen vermehrt auf digitalen Unterricht
setzen. Auch Schulbücher könnten als E-Books immer auf einem
aktuellen Stand gehalten werden. Doch es ist ein Trugschluss zu
glauben, dass Schüler sich plötzlich brennend für den Dreißigjährigen
Krieg oder die Prozesse der Photosynthese interessieren, wenn sie
nicht mehr auf die Tafel, sondern auf ein Whiteboard gucken. Nur die
Technik motiviert keinen Schüler, sich schlau zu machen – sonst
hätten mehr Kinder angesichts ihres Handy-Gebrauchs auf dem Zeugnis
eine Eins vorm Komma. Vielmehr gehen Schülern im digitalisierten
Unterricht Fähigkeiten verloren. So benötigen sie etwa für die
Handschrift eine gute Motorik. Ohne regelmäßige Schreibübungen werden
bestimmte Regionen im Gehirn nicht mehr trainiert. Ein Tablet allein
macht Kinder nicht schlauer. Deshalb ist der digitale Unterricht auch
ein Experiment mit ungewissem Ausgang.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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