Rheinische Post: Drei Viertel der Abiturienten bundesweit gingen nur zwölf Jahre zur Schule

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Knapp drei Viertel der Abiturienten bundesweit
haben in diesem Jahr ihr Abitur nach zwölf Schuljahren abgelegt. Das
ergab eine Umfrage der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) bei allen
Bundesländern. Demnach erlangten 2016 deutschlandweit rund 315.000
Abiturienten ihre allgemeine Hochschulreife bereits nach zwölf
Schuljahren, nur etwa 117.000 Abiturienten erhielten die
Hochschulreife nach 13 Jahren. Allerdings deutet sich eine Trendwende
an: Von den Anfängern an weiterführenden Schulen starten nur noch 64
Prozent in einer Schulform, die das zwölfjährige Abitur vorsieht.
Damit wird im Vergleich zu heute künftig ein kleinerer Anteil an
Schülern das verkürzte Abitur machen. In absoluten Zahlen: Aus 14
Bundesländern wechselten 206.000 Schüler zu einer Schule, in der das
Abitur in der zwölften Jahrgangsstufe abgelegt wird. 112.000 Kinder
gingen auf eine Schule, die erst in der 13. Jahrgangsstufe die
Abiturprüfung vorsieht. Bis auf Schleswig-Holstein und Sachsen
lieferten alle Bundesländer die entsprechenden Daten.

KONTEXT:

Eine Debatte um die Schulzeit für Abiturienten gibt es seit der
Wiedervereinigung. Thüringen und Sachsen blieben nach der Wende beim
zwölfjährigen Abitur. Bis auf Rheinland-Pfalz führten es die übrigen
Bundesländer im vergangenen Jahrzehnt ein. Die Reform ist bis heute
allerdings hoch umstritten. Niedersachsen beschloss im vergangenen
Jahr sogar die komplette Rückkehr zum G9-System, die in diesem
Schuljahr umgesetzt wird.

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