Rheinische Post: Ehe für alle Kommentar Von Frank Vollmer

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Dieses Mal kann keiner sagen, da habe die
„Homo-Lobby“ wieder eine Regierung umgedreht. Die Iren haben klar für
die rechtliche Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit
der Ehe votiert. Das ist nicht das Ergebnis geschickter Beeinflussung
von Abgeordneten oder Staatssekretären, sondern eine Volksbewegung.
Deutschland steht im Vergleich mickrig da mit seinem halbherzigen
Modell, das auch noch verdruckst „Eingetragene Lebenspartnerschaft“
heißen muss. Dabei bezeichnen sich nicht nur viele Lesben und Schwule
selbstverständlich als verheiratet – auch Freunde und Kollegen nennen
sie so. Die Gesellschaft ist weiter als die Politik. Und sage
niemand, mehr gehe bei uns nicht. Das Argument, die Gleichstellung
kratze am grundgesetzlichen Institut der Hetero-Ehe, ist so hilflos
wie unsinnig, weil Rechte und rechtlicher Schutz kein Nullsummenspiel
sind: Was einer bekommt, muss der andere nicht abgeben. Es ist Zeit,
auch in Deutschland. Für die Bezeichnung „Ehe“ bei schwulen und
lesbischen Partnerschaften. Und für ein gleiches Adoptionsrecht.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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