Rheinische Post: Ein dritter Weg für den Wohungsbau

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Kommentar von Thomas Reisener

Der Soziale Wohnungsbau in Deutschland ist gescheitert. Horrende
Mieten in Großstädten von München bis Hamburg verdrängen die Bürger
mit kleinem Einkommen. Was zur Ghettobildung führt: Die Armen sammeln
sich etwa in den siechenden Städten des Ruhrgebiets, während in den
gehobenen Wohnlagen Düsseldorfs, Münchens und Hamburgs die Reichen
bald unter sich sind. Das ist fatal. Wer finanziell abgehängt ist,
muss wenigstens sozial Anschluss haben. Und die gepflegte Langeweile
in den Luxusghettos macht das Leben dort auch arm. Die
Privatisierungswelle der ehemals staatlichen Wohnungsunternehmen war
trotzdem richtig. Der Staat ist kein guter Unternehmer. Aber der
Fehler der Politik war, keine Anschlusslösung zu haben. Das reine
Vertrauen auf den Markt hat offensichtlich nicht funktioniert. Neu
gebaut wird heute fast nur noch für Reiche. Alles andere lohnt sich
nicht. Mit der Wiedereinführung der Wohngemeinnützigkeit schlagen die
Grünen einen dritten Weg vor: Private Unternehmen bekommen
Steuervorteile, wenn sie günstige Mieten garantieren. Anders als
damals, als dieses Modell noch in Konkurrenz zu den staatlichen
Wohnungskonzernen stand, könnte es heute funktionieren.

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