Rheinische Post: Eltern auf die Straße Kommentar Von Horst Thoren

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Der Witz ist einfach gut: „Probleme mit dem
Kitastreik?“ Die junge Mutter winkt ab. „Nein, nein, mein Mann ist
Lokführer.“ Die Realität sieht anders aus. Einen Tag, nachdem sie mit
Blumen und kleinen Geschenken bedacht wurden, holt die Kita-Mütter
der Ernst des Lebens wieder ein. Wohin mit den Kleinen, wenn die
Betreuer in der Kindertagesstätte streiken? Manchmal kann Oma helfen,
ab und an springt eine Nachbarin ein, seltener bieten Firmen
Mutter-und-Kind-Büros an. Die Angebote an Notplätzen reichen nicht
aus. Kinder und Mütter fühlen sich im Stich gelassen. Zu Recht. Sie
sind Opfer, weil die Tarifparteien ohne öffentlichen Druck kaum noch
zu einer Einigung kommen können. Dabei gäbe es für beide Seiten
durchaus die Möglichkeit, sich an der allgemeinen Preis- und
Lohnentwicklung zu orientieren. Doch allzu häufig wird um des
Prinzips willen eher der Konflikt gesucht, denn der Kompromiss
gefunden. Das könnte zu einer neuen, bislang seltenen Protestwelle
führen, vor der sich alle fürchten sollten: Wann gehen Eltern und
Kinder auf die Straße?

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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