Rheinische Post: Erbitterte Brexit-Debatte Kommentar Von Maximilian Plück

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Noch bevor die Briten überhaupt für oder gegen
den Austritt aus der EU gestimmt haben, steht eines fest: Die
erbittert geführte Brexit-Diskussion hat zu einem nur schwer zu
schließenden Riss quer durch das Königreich geführt. Es sind schon
längst nicht mehr rationale Argumente wie die Folgen für die
britische Wirtschaft, die in der Debatte bestimmend sind. Vielmehr
stehen die Emotionen im Vordergrund und haben den Briten damit einen
derart schrillen Wahlkampf beschert, dass kaum vorstellbar ist, wie
die verfeindeten Lager nach dem Votum am Donnerstag wieder
zusammenfinden sollen. Der Ton war so verroht, dass er den Mord an
der jungen Politikerin und Brexit-Gegnerin Jo Cox zumindest befördert
haben dürfte. Nach knapp drei Tagen der Trauer ist die
Wahlkampfmaschine gestern wieder angelaufen. Es ist nun eine Frage
des Anstandes, dass sich beide Lager zumindest auf den letzten Metern
verbal mäßigen. Auch die Brexit-Gegner sollten nicht der Versuchung
erliegen, Cox– Tod zu instrumentalisieren. Ein solch erwartbares
Vorgehen würde den Riss nur auf Dauer zementieren.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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