Rheinische Post: Erbschaftswelle für die Zukunft nutzen = Von Birgit Marschall

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Vermögenswerte im unfassbaren Volumen von einer
Viertel Billion Euro sollen in diesem Jahr von einer Generation auf
die nächste übertragen werden. Das Erbschaftsvolumen hat bereits ein
Zehntel der Wirtschaftsleistung eines Jahres erreicht. Die, die davon
profitieren, können sich glücklich schätzen. Doch die, die aus
ärmeren Verhältnissen stammen und keine oder nur geringe Erbschaften
zu erwarten haben, nicht. Die Erbschaftswelle verstärkt das
verbreitete Gefühl der zunehmenden Ungleichverteilung.
Steuererhöhungen sind unnötig, solange die Steuereinnahmen rascher
wachsen als die Wirtschaftsleistung. Der Staat verfügt derzeit noch
über genügend Steuereinnahmen, um den sozialen Ausgleich und sonstige
Ausgaben zu finanzieren. Die ab 2020 noch rasanter einsetzende
Alterung wird neue Ausgaben erzwingen, etwa mehr Investitionen in
eine altengerechte öffentliche Infrastruktur. Zudem werden die
Ausgaben der Kranken- und Pflegeversicherung deutlich steigen; deren
Defizite werden dann aus Steuermitteln ausgeglichen werden müssen.
Mittelfristig – und erst dann – stehen demografiebedingt also
Steuererhöhungen an. Hier sollte dann zuerst die Erbschaftsteuer ins
Auge gefasst werden.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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