Rheinische Post: Ermittlungen gegen Winterkorn zwingend Kommentar Von Reinhard Kowalewsky

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Gut, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig
gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn ermittelt: Denn wenn ein
Autokonzern Behörden und Verbraucher global darüber getäuscht hat,
welche Abgaswerte seine Motoren wirklich haben, ist es unmöglich,
dass dies einige Ingenieure auf eigene Faust wagten. Immerhin sollte
mit den Tricks ein strategisches Ziel erreicht werden: VW sollte nach
dem Willen von Winterkorn und Ex-Aufsichtsratschef Piëch größter
Autokonzern der Welt werden. Dies konnte nur gelingen, wenn die Autos
„Made in Germany“ schnell fuhren, aber auch als grüne Vorbildmodelle
galten. Die Ermittlungen der deutschen Justiz werden aber nur Teil
der Aufklärung sein: Die US-Kollegen werden bei VW keinen Stein auf
dem anderen lassen. Die vom Aufsichtsrat angeheuerten Anwälte sollten
klären, wann welcher Manager von welcher Entscheidung wusste – oder
gezielt wegschaute. Die Glaubwürdigkeit des Aufsichtsrates wird sich
zeigen, wenn von Managern Schadensersatz gefordert werden müsste:
Egal wie man die VW-Affäre interpretiert, versagt bei der internen
Kontrolle hat Winterkorn jedenfalls sicher. Er hat mehr als 15
Millionen Euro im Jahr kassiert – man sollte ihn zwingen, einen Teil
zurückzuzahlen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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