Rheinische Post: EU-Asylpolitik verlangt Zugeständnisse Kommentar Von Matthias Beermann

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Die deprimierendste Erkenntnis des
Flüchtlingsgipfels in Brüssel konnte man schon gewinnen, bevor das
Abschlussdokument veröffentlicht war. Nur zehn von 28 EU-Staaten,
jene nämlich, die derzeit die größte Last des Flüchtlingsandrangs zu
schultern haben, nahmen teil. Als ginge die wohl größte
Herausforderung, der sich die EU seit ihrer Gründung stellen muss, in
Wirklichkeit nicht alle an. Wenn Appelle an die Solidarität schon
nichts fruchten, so sollten die Egoisten doch rational begreifen,
dass sich diese Völkerwanderung nur gemeinsam kanalisieren lässt.
Vieles von dem, was gestern in Brüssel besprochen wurde, geht
immerhin in die richtige Richtung: Massive Unterstützung für die
kleinen Länder an den EU-Außengrenzen kann helfen, die Lage
organisatorisch wieder besser in den Griff zu bekommen. Aber solange
sich nicht alle EU-Staaten stärker an der Aufnahme von Flüchtlingen
beteiligen, wird das auf Dauer nichts bringen. Was wir brauchen, ist
eine gemeinsame europäische Asylpolitik, so schnell wie möglich.
Allerdings wird diese kaum so großzügig aussehen können wie die
deutsche Praxis. Angela Merkels Alleingang in dieser Frage ehrt sie
moralisch. Einer europäischen Lösung steht er im Wege.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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