Rheinische Post: EZB auf Abwegen

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Die Europäische Zentralbank meint es gut. Sie
senkt den Leitzins auf ein historisches Tief, um die Märkte zu
beruhigen und Südeuropa im Kampf gegen die Krise zu unterstützen, wie
EZB-Präsident Mario Draghi erklärt. Doch genau hier liegt das
Problem: Griechenland und Spanien stecken nicht in der Rezession,
weil es dort an billigen Krediten mangelt, sondern weil sie wichtige
(Arbeitsmarkt-)Reformen verschleppt haben und auf Druck ihrer
Geldgeber das schuldenfinanzierte Doping der Wirtschaft einstellen
mussten. Zur Lösung der wahren Probleme trägt die EZB nichts bei.
Schlimmer: In den starken Euro-Ländern legt die EZB nun den Keim für
eine neue Krise. In Deutschland sind die Immobilienpreise bereits
kräftig gestiegen. Wenn Baugeld noch billiger wird, wächst die
Gefahr, dass aus dem Boom eine Blase wird und sich viele Deutsche auf
Pump ein Eigenheim anschaffen, die es sich eigentlich gar nicht
leisten können. In den USA hat solche Zinspolitik 2007 die
Finanzkrise ausgelöst. Wirkungslos für den Süden, gefährlich für den
Norden: Die Zinssenkung war ein Fehler.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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