Rheinische Post: Fahndung der Polizei muss besser werden = Von Gerhard Voogt

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In NRW können 7 500 Haftbefehle nicht
vollstreckt werden – eine Zahl, die erschreckend wirkt. Längst nicht
alle der Gesuchten sind indessen „schwere Jungs“. Oft soll der
Haftbefehl vor allem Druck ausüben, damit Säumige ihre Schulden
bezahlen oder Angeklagte vor Gericht erscheinen. Aber auch
Gewalttäter gehen den Fahndern durch die Lappen. Von ihnen geht ein
erhebliches Sicherheitsrisiko aus, weil polizeiliche Gesuchte auf der
Flucht meist weitere Straftaten begehen, um ihre Existenz zu sichern.
NRW-Innenminister Ralf Jäger hat die Schwächen bei der
Personenfahndung mittlerweile erkannt und will gegensteuern. Dabei
hilft jedoch keine Symbolpolitik, denn das Problem beruht auf einem
strukturellen Defizit. Seit 1992 liegt der Anteil der Kripo-Ermittler
in NRW konstant bei 8300 Beamten, das entspricht einen Anteil von
22,8 Prozent am Polizeiapparat. Die Zahl der Straftaten ist
allerdings seitdem um 220 000 Fälle pro Jahr gestiegen.
Internetkriminalität, Extremismus und Rockerbanden sorgen für neue
Herausforderungen, die das „Kerngeschäft“ der Fahndung oft in den
Hintergrund drängen. Dagegen gibt es ein wirksames Mittel: Jäger muss
die Kriminalpolizei bei der Stellenplanung stärken.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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