Rheinische Post: Gefährdete Helfer Kommentar Von Wolfram Goertz

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Dass sich die Heilkundigen bei den Kranken
anstecken, war früher ein zentrales Motiv der Medizingeschichte. Dass
sie an dieser Infektion auch sterben, schien in moderner Zeit nicht
vorgesehen. Die Ebola-Epidemie dreht diese Sicherheit um. Soeben ist
nach der Krankenschwester aus Madrid eine weitere Pflegekraft aus
Dallas positiv auf das Virus getestet worden. Beide betreuten einen
Ebola-Kranken und waren geschult, wie sie sich zu schützen hatten –
dennoch sind beide erkrankt. Unaufhörlich werden wir beruhigt, es
könne hierzulande nichts passieren; die Behörden hätten alles im
Griff; alle Abläufe seien x-fach trainiert. Vermutlich ist das so.
Dennoch bestraft Ebola offenbar auch die kleinsten
Unaufmerksamkeiten. Man darf sich allmählich doch ein wenig
unbehaglich fühlen. Tropenmedizin schien für Außenstehende lange ein
liebenswertes Fach von Ärzten und Pflegern, die Bambushütten lieben.
In Wirklichkeit sind sie diejenigen, die in diesen Tagen – in Leipzig
oder Monrovia – ihr Leben für ihre Patienten riskieren. Ihnen hat
unsere Hochachtung zu gelten.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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