Rheinische Post: Gegen Strom-Abzocke Kommentar Von Antje Höning

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Die Vertreibung aus dem Paradies ist
schmerzhaft, wie nun die Versorger erleben. Erst brach der Staat mit
der Strommarkt-Liberalisierung ihr Oligopol, dann nahm er ihnen die
Atommeiler und päppelte die Ökostrom-Konkurrenz. Und nun will er auch
noch das Endkunden-Geschäft verderben. Ist das fair? Die Branche
verweist zurecht darauf, dass der Staat den größeren Teil des
Strompreises verantwortet. Gleichwohl machen die Versorger Kasse,
indem sie die Senkung der Großhandelspreise nur in homöopathischen
Dosen weitergeben. Sie nutzen das Marktversagen aus, wonach nur 40
Prozent der Verbraucher klaglos teure Grundversorgungs-Tarife
schlucken, obwohl sie längst hätten wechseln können. Nun will die
große Koalition den Konzernen mit einem marktwirtschaftlichen Ansatz
Dampf machen: Sie will sie zwingen, ihre Preisgestaltung offen zu
legen und so große Abzocker entlarven. Ob das reicht, wird sich
zeigen. Konzernen wie RWE müsste aber schon jetzt klar werden, dass
es höchste Zeit wird, ein Geschäftsmodell zu ersinnen, dass aus mehr
besteht als der Abzocke träger Privatkunden.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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