Rheinische Post: Geiz gefährdet Tierwohl Kommentar Von Jan Drebes

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Das ist schon etwas merkwürdig: Da lassen sich
die großen Handelsketten auf ein Bündnis mit dem Bauernverband ein,
um für mehr Tierwohl und -schutz in deutschen Ställen zu sorgen, und
kaum jemand erfährt in der Öffentlichkeit davon. Es gibt kein Siegel,
keine groß angelegte Werbekampagne. Und das, obwohl gerade
konventionelle Fleischerzeuger bei Verbrauchern kein gutes Image mehr
haben. Zu viele Skandale um Tierquälereien in Mastbetrieben, um
Seuchen und Antibiotika-Missbrauch haben der Branche zugesetzt. Dabei
ist die Initiative Tierwohl ein gutes Signal. Nicht nur an die
Verbraucher, sondern auch an Tierschutzorganisationen. Und der
Ansturm der Landwirte auf den Fördertopf des Bündnisses zeigt
zweierlei: dass der Großteil der Bauern ein echtes Interesse am Wohl
der Tiere hat. Und, dass die Branche unter extremem Preisdruck steht.
Jede finanzielle Förderung hilft im Wettbewerbskampf. Daher wäre es
ein fatales Signal, wenn dieser Vorstoß ausgerechnet im reichen
Deutschland an den Finanzen scheitern würde. Der Handel muss jetzt
aufstocken.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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